Lüner Rekord bei Briefwahlen: Mehr als 12.500 Anträge eingetroffen

rnKommunalwahl 2020

So viele Bürger haben wohl noch nie Briefwahl bei einer Wahl in Lünen beantragt. Gründe sind wohl die Corona-Pandemie und die dadurch bedingten weniger Wahllokale am Sonntag.

Lünen

, 11.09.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon bis Freitag (11.9.) um 9.45 Uhr hatten so viele Lüner Briefwahl beantragt wie wohl noch nie zuvor. 12.523 Anträge auf Briefwahl lagen bei der Stadt Lünen vor. Die bisher höchste Zahl gab es bei der Bundestagswahl 2017 mit 11.308 Briefwählern.

Möglicherweise steigt die Zahl diesmal noch an, denn bis Freitag (11.9.) um 18 Uhr kann man noch Briefwahlunterlagen vor Ort im Lüner Kultur- und Aktionszentrum (Lükaz) beantragen. Online konnten die Unterlagen seit Donnerstagmittag (10.9.) nicht mehr angefordert werden, da sie nicht mehr rechtzeitig per Post beim Wähler wären.

Wegen der hohen Zahl an Briefwählern sind im Briefwahlbüro mehr Wahlhelfer als in den vergangenen Jahren. Für jeden der insgesamt 23 Briefwahlbezirke stehen je zehn Wahlhelfer zur Verfügung. „Mehr Personen sind laut ,Gesetz zur Durchführung der Kommunalwahlen 2020` nicht erlaubt“, so Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage.

Blick in die Pausenhalle der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Hier werden am Sonntagabend die Briefwahl-Stimmen ausgezählt.

Blick in die Pausenhalle der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Hier werden am Sonntagabend die Briefwahl-Stimmen ausgezählt. © Foto: Goldstein

Die Auszählung findet am Sonntag (13.9.) nach 18 Uhr in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule statt. Spangardt: „Im Lükaz wäre dafür schlicht kein Platz.“ In der Gesamtschule beziehen die 23 Briefwahlvorstände je einen Klassenraum. So können alle Corona-Schutzmaßnahmen gewährleistet werden. Spangardt: „Auch die Auszählung der Briefwahlunterlagen ist - wie alle Auszählungen - selbstverständlich öffentlich.“

Regelungen bei Stichwahl

Die Stadt schätzt, dass mindestens 90 Prozent der Briefwähler auch eine Briefwahl für mögliche Stichwahlen bei der Bürgermeister- und Landratswahl beantragt haben. Spangardt: „Das muss bei der Beantragung der Briefwahl angegeben werden und ist so ausgestattet, dass man es eigentlich nicht aus Versehen vergessen kann. Wer sich nicht mehr sicher ist, hat aller Wahrscheinlichkeit nach den Antrag gestellt.“

Im Online-Antrag war das schon voreingestellt, nur wer das entsprechende Häkchen aktiv entfernt hat, bekommt keine Unterlagen zur Stichwahl am 27. September.

Beim Papier-Antrag musste man drei Häkchen machen, eins für die Stichwahl-Unterlagen. Wer diesen Absatz übersehen hat und gar kein Häkchen gemacht hat, bekam automatisch alle Unterlagen und wird auch die Stichwahl-Unterlagen automatisch erhalten. Auch bei der Beantragung im Lükaz war alles voreingestellt. Wer nicht explizit widersprochen hat, bekommt auch die Stichwahl-Unterlagen.

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Wer sich dagegen entschieden hat und doch am 27.9. wählen will, muss den Antrag entweder neu stellen oder am 27.9. seinen Wahlraum aufsuchen. Wer am 13.9. im Wahlraum wählt, am 27.9. aber per Briefwahl seine Stimme abgeben will, muss einen Antrag stellen oder im Lükaz vorher wählen. Ab wann das Briefwahlbüro wieder geöffnet hat, hängt davon ab, wann die Stimmzettel für Stichwahlen eintreffen.

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