Lüner Schüler demonstrierten gegen die Folgen des Klimawandels

„Fridays for Future“

Rund 250 Schüler aus Lünen trafen sich am Freitagmittag erstmals zu einer „Fridays for Future“-Demo neben dem Rathaus. Sie kritisierten dabei auch die Lüner Politik.

Lünen

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min
Lüner Schüler demonstrierten gegen die Folgen des Klimawandels

Die erste Demo dieser Art in Lünen fand auf dem Europaplatz neben dem Rathaus statt. © Rottgardt

Vom Regen ließen sich die Schüler nicht abhalten - die meisten hielten über eine Stunde auf dem Europaplatz neben dem Rathaus aus, um ihre Ängste und Forderungen deutlich zu machen. „Ich bin sehr glücklich, dass alles so gut geklappt hatte“, sagte Ruth Kirschbaum, eine der Organisatorinnen der ersten Lüner „Fridays for Future“-Demo. Etwa 250 Teilnehmer waren gekommen, vor allem Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. des Altlüner und des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. „Viel zu wenig angesichts der vielen Lüner Schulen“, meinte ein erwachsener Beobachter.

Demos sollen weitergehen

„Wir schwänzen nicht, wir kämpfen“ hatte der wohl jüngste Demonstrant auf seine Pappe geschrieben. Und Ruth Kirschbaum ist sicher: „Das hier soll auf jeden Fall weitergehen, wir müssen uns noch ein bisschen organisieren.“

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Fridays for Future in Lünen

Rund 150 meist jugendliche Demonstranten trafen sich am Freitagmittag auf dem Europaplatz neben dem Rathaus zur ersten Lüner "Friday for Future"-Demo. Die Organisatoren freuten sich über die Resonanz und machten in Ansprachen deutlich, dass schnell etwas gegen den Klimawandel getan werden müsse.
15.03.2019
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Sicht auf die Demo aus dem ersten Stock des Rathauses.© Beate Rottgardt
Dass es der Erde schlecht geht, zeigten diese beiden Demonstrantinnen.© Beate Rottgardt
Die jungen Demonstranten waren kreativ.© Beate Rottgardt
Zahlreiche Demonstranten hatten Plakate mitgebracht.© Beate Rottgardt
Die erste Demo dieser Art in Lünen fand auf dem Europaplatz neben dem Rathaus statt.© Beate Rottgardt
Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule fragten auf ihren Plakaten "warum für die Zukunft lernen, wenn es keine Zukunft gibt".© Beate Rottgardt
Einer der wohl jüngsten Demonstranten machte auf seinem Plakat klar, worum es geht.© Beate Rottgardt
Etwa 150 Schüler, vor allem aus drei Schulen, hatten sich zur Demo auf dem Europaplatz neben dem Rathaus versammelt.© Beate Rottgardt
Mit zahlreichen Plakaten kamen die Schüler zur ersten Demo "Friday for Future" in Lünen.© Beate Rottgardt
Die Organisatorinnen Ruth Kirschbaum (l.) und Lidia Mauerhöfer freuten sich sehr über die große Resonanz der Schüler.© Beate Rottgardt
Ruth Kirschbaum machte in ihrer Ansprache klar, wie wichtig es ist, etwas gegen den Klimawandel zu tun.© Beate Rottgardt
Auch vom immer wieder einsetzenden Regen ließen sich die jungen Demonstranten nicht beirren.© Beate Rottgardt

Neben einigen Polizeibeamten, die die angemeldete Demo im Auge behielten, waren auch einige Lüner Politiker und Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns zur Demo gekommen, hielten sich aber bewusst im Hintergrund. „Die Politik soll ja durch diese Aktionen angesprochen werden. Ich denke es macht Sinn, immer wieder aufs Neue darauf hinzuweisen, dass es inzwischen 5 vor 12 ist“, so Kleine-Frauns. Es gehe um die Zukunft dieser Generation junger Leute.

„Es gibt keinen Planeten B“

Das war auch auf den Plakaten nachzulesen, die die Demonstranten in die Höhe hielten: „There is no Planet B“ (Es gibt keinen Planeten B) oder „Warum für die Zukunft lernen, wenn es keine Zukunft gibt“.

Ruth Kirschbaum erklärte, dass an diesem Tag in über 2000 Städten in 123 Ländern demonstriert werde. Gletscher schmelzen, Arten sterben aus, Menschen verlieren ihr Zuhause oder auch ihr Leben - all das seien die Folgen des Klimawandels und der, so die Schülerin des Altlüner Gymnasiums, sei menschengemacht.

Rad- und Zug fahren und laufen

Die junge Demo-Organisatorin gab auch Tipps, wie die jungen (und auch älteren) Teilnehmer selbst etwas tun können: „18 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes entstehen auf Straßen, in der Luft und beim Wasserverkehr, also Leute - fahrt Rad, lauft oder fahrt Zug.“ Wobei sie dabei die Frage stellte, wie es sein kann, dass Tickets für den öffentlichen Personenverkehr teurer sind als mit dem Auto zu fahren.

„Nervt, seid unbequem“

In Sachen Massentierhaltung, die ebenfalls für den Klimawandel verantwortlich gemacht wird, forderte sie dazu auf, genau zu überlegen, was man isst. „Nervt, seid unbequem“ rief Ruth Kirschbaum den jungen Demonstranten zu.

Dann übte Helene Abdinghoff mit den Schülern Sprechchöre für „Fridays for Future“ ein.

Die jungen Organisatoren gingen auch auf Diskussionen zum Kleinbecker Park ein und wandten sich an „die Parteien, die Grünflächen vernichten wollen.“ Ihnen warfen sie vor: „dadurch wird die Zukunft der Lüner Bürger versaut“.

Vor einigen Wochen hatten schon einmal Schüler der Ludwig-Uhland-Realschule an einem Freitag vor dem Rathaus demonstriert. Jetzt war es die erste Demo, an der Schüler mehrerer Schulen teilnahmen.

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