Lüner Schüler diskutierten mit Landtagskandidaten

KKG und GSG

Wenige Wochen vor der Landtagswahl am 14. Mai haben sich die Wahlkreis-Kandidaten den Fragen der Lüner Oberstufenschüler der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule und der Geschwister-Scholl-Gesamtschule gestellt. Für ausschweifende Politikerfloskeln gab es kaum Gelegenheit – dafür sorgten die gut vorbereiteten Schüler, die ermahnend eingriffen.

LÜNEN

, 31.03.2017 / Lesedauer: 3 min

Bildung, Flüchtlingspolitik, Innere Sicherheit, Arbeitsrecht, Sozialpolitik und Koalitionsaussagen – das sind die Kategorien, die auf den bunten Pappkarten von Isaak Jürgens, Robin Pyka und Tristan Ebbers stehen. Die drei Oberstufenschüler fungieren als Moderatoren der Podiumsdiskussion.

Aus den Fragen, die die Schüler der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule (KKG) und der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) gemeinsam im Unterricht erarbeitet haben, haben die Moderatoren eine Auswahl getroffen, mit der sie die Landtagskandidaten konfrontieren wollen. Pro Antwort haben die Politiker ein Zeitfenster von zwei Minuten. So sachlich, wie die Moderatoren es sich zu Beginn der Diskussion wünschen, bleibt es jedoch nicht durchweg.

Wortgefecht zwischen SPD und AFD

Das Thema Inklusion an Schulen steht am Anfang der Debatte. Von einem „Hau-Ruck-Verfahren“ bei der Umsetzung des Schulrechtsgesetzes ist die Rede. Rainer Schmeltzer, Landesminister für Arbeit, Integration und Soziales, muss für die SPD den Kopf hinhalten, betont jedoch gleich, dass es relativ normal sei, wenn es „anfangs etwas ruckelt“.

Für seine Aussagen zur Integrationspolitik („Wer den Kontakt sucht und mit Flüchtlingen in der Nachbarschaft redet, wird merken, dass sie uns brauchen – und dass wir sie oftmals auch brauchen können“) erntet Schmeltzer Applaus, droht dann jedoch ein wenig, die Sympathien zu verspielen als er sich in der Folge ein Wortgefecht mit AfD-Landtagskandidat Michael Schild liefert. Dessen Einladung hatte im Vorfeld der Veranstaltung bereits für rege Diskussionen gesorgt. Dass sich die beiden Kandidaten gegenseitig unter anderem vorwerfen, demagogisch aufzutreten, sorgt beim jungen Publikum für Kopfschütteln.

Das ändert sich, als einer der Schüler zum Mikrofon greift und die beiden Streithähne ermahnt: „Im Unterricht dürfen wir auch nicht dazwischen rufen und uns beleidigen. Das können wir dann doch wohl auch von Ihnen erwarten. Sie sind schließlich erwachsene Menschen.“

Beim Thema Integration gibt es ohnehin einen gewissen Konsens: Flüchtlinge nach Möglichkeit nicht in Heimen unterbringen, stattdessen schnell in Arbeit vermitteln. Schließlich findet Integration, wie CDU Kandidat Marco Morten Pufke betont, „am Arbeitsplatz statt. Aber wer zu uns kommt, muss sich natürlich auch an die Gesetze halten.“

Mit seinen Aussagen zum Thema Innere Sicherheit (Pro Fußfessel) und Homo-Ehe (adoptierte Kinder sollten ein Recht auf Mutter und Vater haben) kann der Christdemokrat jedoch nicht unbedingt punkten.

Schüler könnten sich nicht spontan für eine Partei entscheiden

Am Ende stehen dennoch zufriedene, aber nicht vollends überzeugte Schüler: „Es war eine spannende Diskussion, aber wirklich überzeugt hat mich keine Partei“, sagt Jessica Klaus von der Schülervertretung der KKG. Ähnlich geht es Samira Bergau von der GSG, die knapp zwei Stunden fleißig die Aussagen der Kandidaten mitgeschrieben hat. „Das werten wir jetzt erst einmal im Unterricht aus. Ich könnte mich jetzt nicht direkt für eine Partei entscheiden“, so die 16-Jährige.

KKG-Schulleiter Reinhold Bauhus ist trotzdem beeindruckt von seinen Schülern: „Ich war positiv überrascht – davon, wie professionell die Moderatoren das durchgezogen haben und wie konzentriert die Schüler im Publikum waren. Auch die Nachfragen und Beiträge waren qualitativ super.“

Lesen Sie jetzt