Lüner soll Ex-Freundin Pässe weggenommen haben, um Ausreise zu verhindern

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Ein Mann aus Lünen soll seiner Ex-Freundin die Pässe weggenommen haben: aus Angst, dass sie mit dem gemeinsamen Kind das Land verlassen könnte. Er stand jetzt vor Gericht.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 28.06.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit dem Ziel, seine Ex-Freundin davon abzuhalten, Deutschland zu verlassen, soll ein Lüner (41) die Pässe der Frau einkassiert haben. Im Prozess vor dem Amtsgericht in Lünen bestritt er das vehement.

Urkundenunterdrückung war der juristische Fachbegriff für das, was dem 41-Jährigen zur Last gelegt wurde. Im Sommer vergangenen Jahres sollte er den italienischen Personalausweis und den Reisepass seiner früheren Partnerin eingesteckt haben – in der Furcht, sie könne mit dem gemeinsamen Kind ins Ausland verschwinden.

Kampf ums gemeinsame Sorgerecht

Als reine Unterstellung bezeichnete der Verteidiger den Vorwurf. „Er hat das nicht gemacht.“ Der Lüner selbst verwies auf ständige Streitereien zu der Zeit und den Kampf ums gemeinsame Sorgerecht als Motiv für eine Falschbelastung. „Ich wäre trotzdem nie auf die Idee gekommen“, beteuerte er und sein Anwalt hielt es für möglich, dass die Frau die Papiere gar nicht besessen habe.

Die 37-Jährige indes blieb bei ihrer Version und erklärte im Zeugenstand, dass er ihr die Dokumente irgendwann zurückgegeben habe. Das parierte er mit den Worten: „Ich kann doch nichts zurückgeben, was ich gar nicht genommen habe.“ Angesichts der Aussage-gegen-Aussage-Situation entschied das Gericht letztlich, dass Verfahren gegen den bis dato völlig unbescholtenen Lüner ohne Auflagen einzustellen. sam

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