Lüner SPD setzt auf Rainer Schmeltzer als Bürgermeisterkandidat

Kommunalwahl 2020

Die Lüner Sozialdemokraten zieht es zurück auf den Chefsessel im Rathaus. Geht es nach ihrem Willen, nimmt darauf nach der Kommunalwahl im Herbst 2020 Rainer Schmeltzer Platz.

Lünen

, 05.04.2019, 13:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lüner SPD setzt auf Rainer Schmeltzer als Bürgermeisterkandidat

Wolfram Kuschke (v.l., Ex-Regierungspräsident), Michael Haustein (Fraktionschef), Rainer Schmeltzer, Norbert Janßen (Stadtverbandschef) und Stefanie Lippelt (stellv. Stadtverbandschefin) vor der Parteizentrale in der Lüner City. © Storks

Lange Zeit wurde in Politikkreisen darüber spekuliert, seit Freitag (5. April) ist es offiziell: Die Lüner Sozialdemokraten ziehen mit dem SPD-Landtagsabgeordneten (seit 2000) und ehemaligem nordrhein-westfälischen Arbeitsminister (2015 bis 2017) Rainer Schmeltzer (58) in den Kommunalwahlkampf 2020. Aus dieser Wahl, die vermutlich im September kommenden Jahres stattfinden wird, soll ein SPD-Mann als Sieger hervorgehen.

„Wir haben Sie heute eingeladen, um Sie und damit die Bürger und Bürgerinnen in unserer Stadt darüber zu informieren, wer für die SPD Lünen als Bürgermeisterkandidat antreten soll - nämlich Rainer Schmeltzer.“ Das sagte Norbert Janßen, Stadtverbandsvorsitzender und Mitglied der fünfköpfigen Findungskommission Freitagvormittag bei der Pressekonferenz in der Parteizentrale der SPD an der Stadttorstraße.

Einstimmiges Urteil

Das Urteil der Kommission sei einstimmig ausgefallen. Insgesamt habe es 12 potenzielle Kandidaten gegeben, sagte Stadtverbandschef Janßen. Wasserdicht soll das Ganze auf einem Nominierungsparteitag am 19. Juni dieses Jahres gemacht werden. Es gilt mehr als unwahrscheinlich, dass es einen Gegenkandidaten oder -kandidatin bei der Abstimmung geben wird.

Für die SPD-Spitze besteht kein Zweifel, mit Rainer Schmeltzer den bestmöglichen Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl im kommenden Jahr gefunden zu haben. „Wir brauchen einen vernünftigen, aktiven Bürgermeister, der in Lünen verwurzelt ist, der im Kreis anerkannt ist und sein Wort macht, der im Land vernetzt ist und auch gute Kontakte in die Bundespolitik hat.“ All dieses und noch viel mehr bringe Schmeltzer mit, sagte Norbert Janßen weiter: „Sie sehen, dass mit dieser Beschreibung ein kompletter Gegenentwurf zum aktuellen Amtsinhaber entstanden ist.“

Zur Erinnerung: Bei der Wahl des Bürgermeisters im Jahr 2015 erlitten die Genossen eine aus ihrer Sicht fürchterliche Schlappe. Bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt am 27. September konnte Jürgen Kleine-Frauns (GFL) mit 63,32 Prozent die Mehrheit der Wählerstimmen auf sich vereinen. Sein Gegenkandidat Rolf Möller (SPD) hatte mit 36,68 Prozent das Nachsehen. Für die Sozialdemokraten alles Schnee von gestern. Man habe die damalige Wahlniederlage ordentlich aufbereitet und aus gemachten Fehlern gelernt, sagte Norbert Janßen.

Zuspruch aus der Bürgerschaft


„Ich bin in Lünen geboren. Ich bin hier in den Kindergarten, in die Grundschule und die Realschule gegangen. Ebenfalls habe ich in unserer Stadt meine Ausbildung gemacht. Während der verschiedenen beruflichen Etappen in meinem Leben habe ich Lünen nie verlassen. Ich bin ein Lüner Jung. Das Wohlergehen dieser Stadt und der Menschen, die hier Leben, liegt mir besonders am Herzen.“ Deshalb, sagte Rainer Schmeltzer, habe er sich nach reiflicher Überlegung und viel Zuspruch aus der Bürgerschaft dazu entschieden, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren.

Schmeltzer weiter: „Lünen ist ein schlafender Riese. Es steckt soviel Potenzial in unserer Stadt. Ich möchte in den kommenden Jahren an vorderster Stelle dazu beitragen, diesen Riesen zu wecken.“ Dazu bedürfe es konsequenter Entscheidungen. Und kein Aussitzen, Blockieren und Behindern von Ratsbeschlüssen, wofür der amtierende Bürgermeister, wie es SPD-Fraktionschef Michael Haustein ausdrückte, stehe.

„Verfehlte Chef-Politik“ gab Ausschlag

„Für meine Entscheidung, im nächsten Jahr in der Bürgerschaft für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren“, sagte Rainer Schmeltzer, „waren die Inhalte der verfehlten Chef-Politik wesentlich. Aber auch viele Gespräche mit Bürgern in- und außerhalb der SPD. Meine Wahrnehmung ist: Der Unmut über den Ist-Zustand ist groß.“ Das wolle er ändern. „Über meine langjährige politische Tätigkeit bin ich in Lünen, im Kreis Unna, auf Landes- und Bundesebene gut vernetzt - und nutze das auch“, betont Rainer Schmeltzer: „Die Themen unserer Zeit machen nicht vor der Stadtgrenze halt. Wir in Lünen müssen uns diesen Herausforderungen stellen. Es geht um die Arbeits- und Wirtschaftspolitik, um Fragen der Mobilität, ums gute und bezahlbare Wohnen, um Perspektiven für die Kinder, um Kitas, um Schulen und Ausbildungsplätze.“

Kurzum: Mit der Benennung von Rainer Schmeltzer als Bürgermeisterkandidat ist die Lüner SPD am Freitag in den Wahlkampf gestartet.

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