Lüner Stadtbücherei kämpft mit vielen Problemen

Weniger Leser

Sinkende Leserzahlen, schlechte Aufenthaltsqualität und kaum Personal – die Aussichten für die Zukunft der Lüner Stadtbücherei sind nicht rosig. Gemeinsam mit der Politik suchten die Verantwortlichen nun nach Möglichkeiten, das Image der Bücherei zu steigern.

LÜNEN

, 12.02.2017, 05:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lüner Stadtbücherei kämpft mit vielen Problemen

Die Stadtbücherei in der Stadtorstraße spielt beim Projekt eine wichtige Rolle: Sie soll Ort von Schulungen und Veranstaltungen sein und natürlich die Bücher zur Verfügung stellen. RN-Foto Fiedler

„Wir hätten gern Kooperationsvereinbarungen mit allen Kitas und Schulen in Lünen – momentan haben wir nur zwei mit Kitas“, sagte Stina Brockhagen, stellvertretende Büchereileiterin. Die Bibliothekarin erläuterte die Situation in dieser Woche vor dem Ausschuss für Kultur.

„Das war die Beschreibung eines Offenbarungseids für die Bücherei. Ich bin nur noch traurig, dass wir so weit gekommen sind“, zeigte sich Karl Marek (CDU) erschüttert. „Wir sollten bereit sein, für die Bücherei ein paar Euro mehr auszugeben“, forderte Hans-Georg Fohrmeister (SPD).

Viele Gründe für die sinkenden Leserzahlen

Jochen Otto (SPD) betonte, es sei gut, dass man die Stärken und Schwächen aufgezeigt bekommen habe: „Wir wissen jetzt in welche Richtung es gehen müsste, damit die Stadtbücherei eine größere Attraktivität in der Öffentlichkeit und bei der Politik bekommt.“

Gründe für die stetig weiter sinkenden Leserzahlen gibt es viele, wie Stina Brockhagen erläuterte. Im Jahr 2000 wurden vier Vollzeitstellen gestrichen, die Gebühren 2006 verdoppelt und das Personal 2014 häufig gewechselt. „Wir sind nicht auffindbar, eine Beschilderung in der Innenstadt fehlt“, so die stellvertretende Büchereileiterin.

Personal und Angebote für Jugendliche fehlen

An allen Ecken und Enden fehle Personal. Beispielsweise um Aktionen für Kinder und Jugendliche anzubieten. „Wir hoffen sehr auf die Mitnutzung der Persiluhr-Passage, denn zurzeit haben wir keine Angebote für Jugendliche wie Lesenächte.“

Für die Zukunft wünscht sich das Team um Büchereileiterin Manuela Hauptmann eine Steigerung der Aufenthaltsqualität beispielsweise durch eine Art Café, wie es andere Büchereien längst haben, eine ansprechende Medienpräsentation und eine Themenwelt für die Kinderecke. „Die ist bei uns leider lieblos eingerichtet.“ Bei Café und Vorlesestunden könnten doch Ehrenamtliche des Fördervereins einspringen, schlug Hans-Peter Bludau (GFL) vor. „Die Bücherei arbeitet eng mit dem Förderverein zusammen und die Ehrenamtlichen engagieren sich schon finanziell und personell bei vielen Veranstaltungen“, gab Erster Beigeordneter Horst Müller-Baß zu bedenken.

Lesen Sie jetzt