Lüner Stadthafen verpasst das Ziel für 2016

Jahresbilanz

Das Ziel des Stadthafens Lünen war es, eine Millionen Tonnen Güter umzuschlagen. Dies wurde jedoch auch 2016 nicht erreicht. Was die Gründe dafür sind und wie die aktuelle Lage aussieht, klären wir mit Fragen und Antworten.

LÜNEN

, 10.01.2017, 14:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lüner Stadthafen verpasst das Ziel für 2016

Wegen des Niedrigwassers im Rhein laufen weniger Schiffe als sonst Lünen an. Der Stadthafen nutzt die Situation, um den Portalkran im Vordergrund überholen zu lassen. Momentan fehlt ihm deshalb der Ausleger.

Wie viele Güter wurden 2016 im Stadthafen umgeschlagen?

Laut Hafen-Betriebsleiter Andreas Hüsing 859.175 Tonnen, circa 100.000 Tonnen weniger als 2015.

 

Wo gab es besonders drastische Einbrüche?

Zum Beispiel bei Schlacke mit einem Minus von über 50.000 Tonnen, bei sonstigen Massengütern mit fast 50.000 Tonnen Einbußen oder bei Kohle mit circa 28.000 Tonnen.

 

Was sind die Gründe dafür?

Schon seit September 2016, sagt Hüsing, führt der Rhein Niedrigwasser: „Viele Schiffe können nicht mehr mit voller Fracht fahren. Die Eigner verlangen aber Preise, die ihre Kosten decken. Manche unserer Kunden im Hafen sind nicht mehr bereit, das zu bezahlen.“

Ist Niedrigwasser die einzige Ursache für die Mengenrückgänge?

Nein, so die Betriebsleitung. Es gibt auch Kunden, die komplett ausgefallen sind. So sei 2016 keine einzige Tonne Altglas mehr umgeschlagen worden, im Jahr zuvor waren es noch fast 27.000 Tonnen. Der entsprechende Kunde habe eine Ausschreibung verloren. Bei Schlacke spielten verlorene Ausschreibungen auf Kundenseite ebenfalls eine Rolle.

 

Gibt es auch Güter, bei denen der Hafen zulegen konnte?

Ja, vom Stoff Serox konnten über 27.000 Tonnen mehr umgeschlagen werden als 2015. Serox wird von einem Lüner Unternehmen aus Schlacken von Aluminiumschmelzereien gewonnen.

Was bedeutet der Umschlag-Rückgang 2016 für den Umsatz?

Der Umsatz blieb mit circa 3,6 Millionen Euro fast konstant, betont Andreas Hüsing. Obwohl weniger umgeschlagen wurde, sei der Anteil umsatzstärkerer Güter gestiegen.

 

Stehen unter dem Strich schwarze oder rote Zahlen in der Bilanz 2016?

Der Abschluss 2016 liege noch nicht vor, aber vermutlich werde das Ziel einer „schwarzen Null“ knapp verfehlt, erklärt der Betriebsleiter.

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Wie ist die Lage Anfang 2017?

Niedrigwasser ist weiterhin das große Problem, heißt es. Weil weniger Schiffe kommen, nutzt der Hafen die Gelegenheit, einen der Portalkrane überholen zu lassen. Lager und Rostschutz werden erneuert.

 

Sind Investitionen geplant?

Für den 2015 angeschaftfen Multi-Docker-Kran wird eine sogenannte Rollerzange als Zubehör bestellt. Damit könne der Kranführer Walzdraht aus Eisenbahnwaggons hieven, erläutert Hüsing. Bisher hätten zwei Mitarbeiter in den Waggon klettern müssen.

Tochter der Stadtwerke
Die Stadthafen Lünen GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Lünen.
Auf 19 Hektar Gesamtfläche gibt es 12 Liegeplätze, vier Kräne, einen Hallenkran, 14 Kilometer Gleise der Hafenbahn und 10 Lagerhallen.
32 Beschäftigte arbeiten im Stadthafen am Buchenberg.

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