Das Archivbild zeigt das ehemalige Steag-Gelände während der Sprengarbeiten im Juli dieses Jahres. © Hagedorn (A)
Gewerbeflächen

Lüner Stadtrat stimmt für Ausstieg aus Newpark-Projekt

Der Rat der Stadt Lünen hat den von der Verwaltung geplanten Ausstieg aus dem Dattelner Newpark-Projekt ohne Wenn und Aber zugestimmt. Die Buchverluste sollen sich in Grenzen halten.

Newpark in Datteln war gestern – Caterpillar- und Steag-Fäche in Lünen sind morgen: Eine Ratssitzung später als ursprünglich geplant, hat der Lüner Stadtrat Mitte September den Austritt der Stadt Lünen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH (WFG) aus der Newpark Planungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (Newpark GmbH, Datteln) beschlossen. Der Austritt wurde einstimmig ohne Enthaltung beschlossen.

Dortmund soll Anteile kaufen

Die jeweiligen Geschäftsanteile und die Einzahlungen in die Kapitalrücklage der Newpark GmbH sollen, wie von unserer Redaktion bereits im August dieses Jahres berichtet, an die Stadt Dortmund verkauft werden. Dem muss der Dortmunder Stadtrat allerdings noch zustimmen.

  • Wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, ist die Stadt Lünen seit 2009 mit fünf Prozent (5000 Euro) an der Newpark GmbH beteiligt.
  • Daneben ist die Stadt Lünen mit 13,78 Prozent an der WFG beteiligt, die wiederum zehn Prozent (10.000 Euro) der Anteile an Newpark hält.
  • Außerdem hat die Stadt Lünen 16.500 Euro und die WFG 45.900 Euro in die Kapitalrücklage der Gesellschaft eingezahlt.

Geplant ist, dass die Stadt Dortmund, vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrates, Lünen und der WFG die Geschäftsanteile jeweils zu einem Preis von einem Euro abkauft und die in der Gesellschaft verbleibende Kapitalrücklage Lünens für 10.500 Euro und die der WFG für 25.300 Euro übernimmt.

Buchverluste

Damit verbliebe nach Angaben der Verwaltung bei der Stadt Lünen ein Buchverlust des Geschäftsanteils von 4.999 Euro (5000 Euro – 1 Euro) und ein Buchverlust der Kapitalrücklage von 6.000 Euro (16.500 Euro – 10.500 Euro).

Dass die Stadt Lünen und die WFG Kreis Unna aus dem Projekt aussteigen, hat nach früheren Angaben einen einfachen Grund: Unisono erklärten die Noch-Gesellschafter der Newpark GmbH gegenüber unserer Redaktion, dass sie sich auf Projekte vor Ort konzentrieren wollten.

Das heißt im Klartext, dass die Stadt Lünen sich auf den Kauf der Caterpillar-Fläche in Lünen-Wethmar konzentriert und die WFG Kreis Unna auf den Kauf der kompletten Ex-Steag-Fläche in Lünen.

Laut Newpark-Homepage ist der Park mit einer Gesamtfläche von 290 Hektar eine der größten Industrieflächen in Nordrhein-Westfalen, die in den kommenden Jahren Unternehmen aus zentralen Wachstumsmärkten wie GreenTech, Digitalisierung und Industrie 4.0 in Datteln ansiedeln soll.

Ex-Steag-Flächen

In der Beschlussvorlage heißt es zu dem Newpark-Rückzug:

Im Rahmen der Energiewende werden vier Kraftwerkstandorte in der Gebietskulisse der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH geschlossen. Zwei dieser Standorte befinden sich im Stadtgebiet von Lünen.
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH und die Stadt Lünen beabsichtigen ihre personellen und finanziellen Ressourcen auf die Entwicklung der ehemaligen Kraftwerksflächen zu konzentrieren.
Sodass sowohl aus Sicht der Stadt Lünen als auch aus Sicht der WFG ein

Verbleib in der Gesellschaft insbesondere wegen des damit einhergehenden finanziellen Aufwandes nicht in Betracht kommt.

So sieht der Beschluss im Einzelnen aus:

Der Rat der Stadt Lünen

  • 1. beschließt die Mitgliedschaft als Gesellschafterin der newPark Planungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu beenden.
  • 2. beschließt den Verkauf der Geschäftsanteile an der newPark Planungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH und den Verkauf der in der Gesellschaft verbleibenden Kapitalrücklage an die Stadt Dortmund.
  • 3. beschließt die Mitgliedschaft der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH als Gesellschafterin der newPark Planungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu beenden.
  • 4. beschließt seitens der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH den Verkauf der Geschäftsanteile an der newPark Planungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH und den Verkauf der in der Gesellschaft verbleibenden Kapitalrücklage an die Stadt Dortmund.
  • 5. ermächtigt die Vertretung der Stadt Lünen in den Gremien der WFG entsprechenden Beschlussvorschlägen zuzustimmen.
  • 6. beauftragt die Verwaltung das kommunalrechtliche Anzeigeverfahren durchzuführen.
Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks