Lüner Steag-Fläche: Kraftwerk soll von März 2020 an abgerissen werden

rnNach Hagedorn-Kauf

Die Lüner Steag-Fläche samt stillgelegtem Kraftwerk an der Moltkestraße gehört seit wenigen Tagen der Gütersloher Hagedorn-Gruppe. Die will schnellstmöglich mit den Abrissarbeiten loslegen.

Lünen

, 11.12.2019, 15:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gütersloher Hagedorn-Gruppe will „so schnell wie möglich“ mit dem Rückbau des von ihr Anfang Dezember erworbenen - stillgelegten - Lüner Steag-Kraftwerks und der Sanierung der dazugehörigen rund 370.000 Quadratmeter großen Fläche an der Moltkestraße beginnen. Das erklärte Hagedorn-Geschäftsführer Rick Mädel am Mittwoch (11.) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Wie Mädel weiter sagte, sollen die notwendigen Abrissgenehmigungen im Januar 2020 beantragt werden: „Wenn es gut läuft, können wir im März mit den Abrissarbeiten beginnen.“

Noch kein Termin für Sprengung

Einen Termin für die geplante Sprengung des Kraftwerkes nannte Rick Mädel nicht: „Dazu ist es einfach noch zu früh. Alles in allem wird der komplette Rückbau inklusive Sprengung etwa zwei Jahre dauern.“ Dazu komme noch ein Jahr für die sogenannte Modellierung der Fläche mit Blick auf ihre künftige Nutzung.

Rick Mädel: „Wir schaffen die Voraussetzungen für die spätere gewerbliche Nutzung. Dazu gehört auch der Verkauf der hergerichteten Fläche an einen Projektentwickler.“ So war Hagedorn schon beim Kraftwerk Knepper in Castrop-Rauxel verfahren.

Wie die ehemalige Steag-Fläche in Zukunft genutzt wird, welche Unternehmen sich dort ansiedeln (sollen), sei „nicht Hagedorn-Ding“, erklärte Mädel. Gleichwohl räumte der Geschäftsführer ein, dass man auf Wünsche und Bedürfnisse potenzieller Interessenten im Zuge der Entwicklung des Areals zeitnah eingehen könne.

Auf die Frage unserer Redaktion, wie sich die Stadtspitze die Zukunft der Fläche vorstellt, antwortete Stadtsprecher Benedikt Spangardt:

„Die Stadt setzt große Hoffnung in die Entwicklung dieser Fläche, die sicherlich sehr gut geeignet ist, um dort produzierendes Gewerbe anzusiedeln. Generell strebt die Stadt bei Neuansiedlungen immer an, emissionsarme und zukunftsfähige Betriebe mit tariflich bezahlten Arbeitsplätzen anzuziehen.“

Mit der Steag-Fläche beschäftigt sich die Stadt nicht erst seit gestern.

Frühzeitige Gespräche mit Steag

Wie Spangardt auf Nachfrage sagte, habe die Stadt Lünen, der Bürgermeister und die örtliche Wirtschaftsförderung, unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Stilllegung Gespräche mit der Geschäftsführung der Steag geführt und auf die Bedeutung der Fläche für Lünen hingewiesen:

„In Begleitung mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Unna (WFG) haben sie sich für die Interessen der Stadt Lünen eingesetzt.“

Ein alleiniger Erwerb der Fläche sei der Stadt Lünen in der Folgezeit nicht angeboten worden, sagte Spangardt weiter. „Er wäre auch nicht möglich, weil eine zu sanierende Fläche dieser Größenordnung finanziell für Lünen gar nicht zu stemmen wäre.“

Unabhängig von den Eigentumsverhältnissen, so der Stadtsprecher im Gespräch mit unserer Redaktion, „ist die Fläche nach dem bisherigen Stand der Regionalplanung als regionaler Kooperationsstandort vorgesehen. Dadurch liegt es nahe, gemeinsam mit der WFG die Entwicklung der Fläche zu begleiten“.

Neuer Bebauungsplan nötig

Dazu braucht es nicht zuletzt einen Bebauungsplan, an dem laut Spangardt aber noch längst nicht gearbeitet werde, denn:

„Jede Entwicklung der Fläche setzt den Beschluss eines Regionalplans voraus, dem dann ein Flächennutzungsplan folgt, auf dessen Grundlage wiederum eine Bauleitplanung entwickelt werden kann.“

Spangardt wies darauf hin, dass die Steag-Fläche in Lippholthausen liegt und die Politik der Verwaltung für diesen Lüner Stadtteil den Auftrag erteilt habe, ein Entwicklungskonzept vorzulegen.

„Der Auftrag für das Konzept wurde an eine Arbeitsgemeinschaft aus drei Planungsbüros vergeben. (...) Das Entwicklungskonzept wird eine wichtige Grundlage für die Bauleitplanung sein. Mit Ergebnissen der Arbeitsgemeinschaft ist im zweiten Halbjahr 2020 zu rechnen.“

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