Lüner Theater Seitensprung sagt Vorstellung ab

Vorwürfe gegenüber Vorsitzender

Lachen ist Trumpf beim „Theater Seitensprung“ in Lünen. Doch das Lachen ist den Laienschauspielern gründlich vergangen. Schon im zweiten Jahr können sie ihrer Fangemeinde keine komödiantische Aufführung bieten - und das obwohl bereits lange geprobt wurde. Die Gründe dafür sollen bei der Vorsitzenden liegen.

LÜNEN

, 27.10.2016 / Lesedauer: 2 min
Lüner Theater Seitensprung sagt Vorstellung ab

Aus dem Archiv: Ein Bild aus dem Stück "Mafia Lady" vom Theater Seitensprung aus dem Jahr 2013

Weil zwei Schauspieler erkrankt waren, blieben im vergangenen Jahr die Bühnenscheinwerfer beim Theater Seitensprung dunkel. Diesmal steht ein schwerwiegender Vorwurf im Raum: Im Frühjahr habe die Vorsitzende den Verein verlassen und „uns allen nicht nur im organisatorischen, sondern auch im finanziellen Bereich ein absolutes Chaos hinterlassen“, heißt es in einem Brief des Theaters Seitensprung an die Fangemeinde.

Schmerzlich sei dem Ensemble bewusst geworden, „dass wir diese Hürden bis zum geplanten Aufführungstermin im November nicht mehr bezwingen können.“ Seitensprung sei immer um Qualität bemüht, diese könne es momentan aus den genannten Gründen nicht aufbringen. „Für unser Publikum tut uns das sehr leid“, sagt Ensemble-Mitglied Klaus Ahmann.

Theater Seitensprung:
2001 haben sich ehemalige Mitglieder der „Kulisse Lünen“ zum Theater Seitensprung zusammengeschlossen.
Die Aufführungen leben von Situationskomik, die Bühnenbilder sind selbst gebaut.
Das Theater Seitensprung hat längst eine Fangemeinde, die Aufführungen im Heinz-Hilpert-Theater sind immer gut besucht.

 

Die ehemalige Vorsitzende selbst äußerte sich auf Anfrage unserer Redaktion nicht zu den Vorwürfen. Sie bestätigte aber, nicht mehr Vorsitzende zu sein und die Mitgliedschaft gekündigt zu haben. Zu möglichen Gründen für die Absage der Aufführung erklärte sie: „Wahrscheinlich ist das Stück noch nicht fertig oder sie haben keine Leute gefunden.“ Dem widerspricht Klaus Ahmann.

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Verein will sich neu aufstellen

Er hat das Stück „Wie werde ich meine Eltern los“ selbst geschrieben. „Wir haben ja schon ein Jahr geprobt, die Rollen sind alle vergeben“, sagt er. Inzwischen sei der Fall einem Anwalt übergeben worden. Das „Theater Seitensprung“ werde sich jetzt neu aufstellen. Am Donnerstag, 3. November, sei Vorstandssitzung. „Wir wollen den Verein behalten und weiter spielen“, erklärte Ahmann. Schließlich hätte das Ensemble bereits viel Arbeit investiert, „wir wollen ja gute Komödie bieten.“

In Kürze soll es einen neuen Interneauftritt geben. Über die Aufführungstermine 2017 werde Seitensprung rechtzeitig informieren.  

Laiendarsteller gesucht:
Das Theater ist weiterhin auf der Suche nach interessierten Laiendarstellern, „damit wir Rollen auch mal doppelt besetzen können“, so Ensemblemitglied Klaus Ahmann. Wer sich interessiert und über 18 Jahre alt ist, kann sich unter Tel. (0163) 4288481 melden.

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