Lüner Vivawest-Mieter ärgern sich: „Auch bei Temperaturen im Plus-Bereich wird gestreut“

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Mieter von Vivawest in Brambauer finden das unnötig: Der Winterdienst streut, auch wenn das Thermometer fünf Grad plus anzeigt. Vivawest verspricht, zukünftig mehr zu kontrollieren.

Brambauer

, 11.01.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Peter Nakat und seine Frau Birgit sind seit über 40 Jahren Mieter des Wohnungsbauunternehmens Vivawest. Das hat in Brambauer auch Häuser in den Straßen Im Berge, Zum Pier oder an der Stellenbachstraße. Jahrelang waren die Mieter selbst für den Winterdienst zuständig, bis 2015 ein Unternehmen beauftragt worden sei. Die Firma komme, auch wenn es nur nieselt. So geschehen am 3. Januar: „Da waren es morgens fünf Grad plus und es wurde gestreut“, sagen die Nakats. Am 4. Januar seien die Streutrupps schon vor neun Uhr da gewesen. Manchmal käme der Winterdienst nachts um drei Uhr, weil es in den Morgenstunden frieren könnte.

Streuaktion verteuert die Nebenkosten

Nicht nur die Nakats, auch andere Mieter der umliegenden Häuser hätten sich mehrfach darüber beschwert. Völlig sinnlos finden sie die Streu-Aktion an warmen Tagen, schließlich zahlen sie die Einsätze mit 50 bis 70 Euro jährlich über die Nebenkosten. Auch die Haustiere leiden. Sie haben das Salz unter den Pfoten.

Die Beschwerden hätten bisher nichts erreicht. Von dem Wohnungsunternehmen habe es geheißen: Wenn der Deutsche Wetterdienst für das westliche Westfalen eine Warnung herausgebe, müsse die Winterdienstfirma handeln. „Für unseren Bereich war aber keine Glätte vorhergesagt“, wundern sich die Nakats.

Einsätze nach amtlichen Glättewarnungen

Eine Sprecherin von Vivawest teilte dazu auf Anfrage mit: Neben den Auswertungen der aktuellen Wetterlage dienten für den Einsatz des Winterdienstes amtliche Glättewarnungen des Deutschen Wetterdienstes. Täglich werde für jede Stadt ermittelt, wo ein Einsatz nötig werden könnte. „Ist mit Schnee, Eis oder Straßenglätte zu rechnen, wird unser Bereitschaftsdienst aktiviert.“ Das sei am 3. und 4. Januar der Fall gewesen. Stichprobenartig würde das kontrolliert.

Vivawest hat für den Winterdienst ein Unternehmen beauftragt. Mit dem sei vertraglich geregelt worden, dass es sich an die Satzung der Stadt halten müsse. „Als Streumittel wird grundsätzlich ein rutschhemmendes Granulat eingesetzt“, so die Sprecherin. Bei einer stichprobenartigen Kontrolle am 4. Januar sei kein Verstoß gegen die Satzung festgestellt worden, allerdings habe die Kontrolle nicht in den besagten Straßen stattgefunden.

Vivawest sagt intensivere Kontrollen zu

„Wir nehmen den Hinweis des Mieters sehr ernst, da der Umwelt- und Arbeitsschutz für uns als zertifiziertes Unternehmen einen hohen Stellenwert besitzt“, heißt es seitens der Vivawest-Sprecherin. Sie betonte, man werde den beauftragten Nachunternehmer nochmals schriftlich zur Einhaltung der städtischen Satzung auffordern und bei den nächsten Einsätzen noch intensiver kontrollieren.

Die Mieter haben nichts gegen den Winterdienst, aber gegen sinnloses Streuen. Sie würden sich für ihr Haus einen Eimer Streugut wünschen, damit sie bei Blitzeis selbst tätig werden könnten. „Da findet sich immer jemand“, sind die Nakats überzeugt. Der Winterdienst könne kommen, wenn Schnee geräumt werden müsse.

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