Lüner wegen 60.000 Kinderporno-Bildern verurteilt

Gerichtsprozess

Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Lünen sind am 23. November 2015 mehr als 60.000 Dateien mit kinderpornografischen Bildern gefunden worden. Der 56-jährige Bewohner der Wohnung stand am Freitag vor Gericht. Das Urteil fiel nicht so aus, wie von der Staatsanwaltschaft erhofft.

LÜNEN

08.09.2017, 18:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

14 Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung - so lautet das Urteil des Richters. Zudem muss sich 56-Jährige einer Therapie unterziehen und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

Im März des gleichen Jahres hatte der Angeklagte 103 Dateien aus dem Internet heruntergeladen. So war man ihm wohl auf die Spur gekommen. Auf den Bildern waren pornografische Szenen mit Mädchen im Alter von etwa zehn Jahren zu sehen.

Angeklagter hatte alle Vorwürfe zugegeben

Zu Beginn der Verhandlung gab der Verteidiger eine Erklärung ab, in der sein Mandant alle Vorwürfe einräumte. Sein Mandant habe zwei Jahre unter dem Verfahren leiden müssen, nun wolle er einen Schlussstrich unter die Sache ziehen. Der Verteidiger versuchte die Datenmengen herunterzuspielen. Sein Mandant habe sogenannte Zip-Dateien heruntergeladen und „entpackt“, so sei die Vielzahl der Bilder zu erklären.

Der Staatsanwalt sah in der Datenmenge nur die Spitze eines Eisberges, die Sache gehe schon über viele Jahre. So habe der Angeklagte vor zehn Jahren die damals zwölfjährige Tochter seiner Lebensgefährtin nackt fotografiert. Als Erklärung gab er an, die Entwicklung des weiblichen Körpers dokumentieren zu wollen.

Staatsanwalt: Hinter jedem Bild steckt das Schicksal eines Kindes

Im Übrigen, so der Staatsanwalt, sei seine angekündigte Therapiebereitschaft wohl ein Lippenbekenntnis gewesen. In zwei Jahren habe er es nicht geschafft, sich um einen Platz zu kümmern. Hinter jedem Bild stecke das Schicksal eines Kindes, kaputtgemacht für sein Leben.

Der Staatsanwalt hatte auf 18 Monate Haft ohne Bewährung plädiert. Das Gericht argumentierte in der Urteilsbegründung, eine erfolgreiche Therapie sei in diesem Fall wichtiger als eine Gefängnisstrafe. 

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