Lünerin (73) sauer: „Lippe Bad macht Rentnern den Eintritt zu schwer“

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Das Lippe Bad ist wieder geöffnet, Schwimmfreunde können wieder Bahnen ziehen. Doch bevor man ins Wasser darf, ist eine Registrierung notwendig. Damit kommt allerdings nicht jeder klar.

Lünen

, 28.08.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hatte es die Bädergesellschaft Lünen gut gemeint: Nachdem es beim Online-Bezahlsystem im Freibad Cappenberger See zu Problemen gekommen war, ist nun im wieder geöffneten Lippe Bad das Bezahlen vor Ort in bar oder mit Karte möglich. Damit werden keine Kunden zum Beispiel von bestimmten Kreditinstituten ausgeschlossen.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Wer eine Eintrittskarte kaufen möchte, muss sich zwingend vor registrieren - und zwar online. Dazu sei man gemäß aktueller Corona-Schutzverordnung verpflichtet, teilt Dr. Achim Grunenberg, Geschäftsführer der Bädergesellschaft, auf Anfrage unserer Redaktion mit: „Diese Art der Dokumentation der Besucherdaten über die Online-Registrierung vermeidet Warteschlangen und Menschenansammlungen im Eingangsbereich. “

Dem würde Lieselotte Ludwig wohl so nicht zustimmen. Die 73-Jährige aus Lünen-Süd geht nach eigenen Angaben seit fast 40 Jahren regelmäßig schwimmen - zuerst im Solebad Werne, als das vor einigen Jahren wegen des Neubaus schließen musste, wechselte sie nach Lünen. Und war zufrieden: „Ich kaufe immer gleich Mehrfachkarten, würde am liebsten jeden Tag gehen.“

Registrierung bedeutet nicht gleich Eintritt

Nun besitzt die Dame Karten im Wert von mehr als 300 Eintritten ins Bad, doch Corona hat ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht: „Das wird morgen noch nicht weg sein, und nächstes Jahr bestimmt auch noch nicht.“ Umso erfreuter war sie, als das Lippe Bad wieder öffnete. Doch die Freude wich schnell der Ernüchterung: „Ich gebe ja zu, dass ich es nicht so mit dem Internet habe.“

Und ohne Online-Registrierung gibt es keine Chance auf einen Zutritt zum Lippe Bad. Das musste Lieselotte Ludwig vor Ort erfahren. „Ich habe dann anschließend eine halbe Stunde versucht, mit meinem Handy irgendwas zu erreichen. Hat aber nicht geklappt“, sagt sie frustriert. Und: „Ich war nicht die einzige, da hatten soger Jüngere Probleme.“

Das Lippe-Bad ist seit dem 24. August zu den normalen Zeiten geöffnet.

Das Lippe-Bad ist seit dem 24. August zu den normalen Zeiten geöffnet. © Dennis Görlich

Grundsätzlich fühlt sich die Rentnerin vom Schwimmbetrieb ausgeschlossen. „Und das geht vielen alten Leuten so. Das finde ich schade.“ Die Bädergesellschaft bestätigte auf Nachfrage noch einmal, dass die Kontaktdaten zwingend online angegeben werden müssen - das Ausfüllen eines Zettels an der Kasse ist nicht möglich. „Damit wird die Einhaltung der Abstandsregeln im Lippe Bad sichergestellt“, erläutert Dr. Grunenberg.

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Die Registrierung sichert übrigens nicht den Eintritt ins Bad: Wenn die Kapazitätsgrenze erschöpft ist, muss man draußen bleiben, bis ein Badegast das Gebäude wieder verlässt. Grundsätzlich ist der Geschäftsführer mit dem Start zufrieden: „Unsere Badegäste halten sich, wie auch schon im Freibad Cappenberger See, an die Schutz- und Hygieneregeln. Der Einlass und der Eintrittskartenverkauf läuft problemlos ab.“

Die Registrierung für den Lippe Bad-Besuch kann man auf der Website der Bädergesellschaft vornehmen. Dort gibt es auch die Möglichkeit, die Tickets online zu kaufen. Bedingung ist das aber nicht. Die Öffnungszeiten des Lippe Bads: montags, mittwochs und freitags von 6.15 bis 19.45 Uhr, dienstags und donnerstags von 6.15 bis 21.45 Uhr, samstags und sonntags von 6.15 bis 18.45 Uhr.
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