Im neuen Fernsehjournal „Zervakis & Opdenhövel“ mit den Moderatoren Linda Zervakis und Matthias Opdenhövel wird der Beitrag mit Isabell Schneider ausgestrahlt. © picture alliance/dpa
Nach Gewichts-Abnahme

Lünerin Isabell Schneider wagt für Fernseh-Sendung ein Experiment

Zwei bekannte Fernseh-Gesichter wechselten von der ARD zu Pro7. Jetzt wagte eine Lünerin für die neue Sendung „Zervakis & Opdenhövel“ ein ungewöhnliches Experiment.

Eigentlich wollten Isabell Schneider und ihr Mann vor über 20 Jahren bei einer Quizshow im Fernsehen mitmachen. Die beiden Lüner bewarben sich für „Bube, Dame, Hörig“, das bis 1999 in Sat1 lief. Durch die Sendung mit Elmar Hörig wurde übrigens Barbara Schöneberger einem größeren Publikum bekannt.

Mit einem Auftritt in dem Quiz klappte es trotz eines Castings für die Schneiders nicht, aber nun waren sie in der Kartei für Fernsehsendungen und bekamen auch regelmäßig Infos über Sendungen, für die man sich bewerben konnte.

Formlos beworben und Video gedreht

Als sie nun die Info über ein besonderes TV-Experiment erhielt, interessierte Isabell Schneider das. Die frühere Pastoralreferentin der St. Marien-Gemeinde, die nun als Seelsorgerin im Lüdinghausener Krankenhaus arbeitet, bewarb sich. „Ganz formlos. Dann bekam ich eine Mail, dass ich doch ein kleines Video drehen sollte“, erzählt die 45-Jährige.

Isabell Schneider (r.), hier mit Tochter Chantall, nahm für die Fernsehsendung an einem spannenden Experiment zur Selbstwahrnehmung teil.
Isabell Schneider (r.), hier mit Tochter Chantall, nahm für die Fernsehsendung an einem spannenden Experiment zur Selbstwahrnehmung teil. © Beate Rottgardt © Beate Rottgardt

Vor der Kamera sollte sie erzählen, was sie an sich mag und auch, was sie nicht mag. „Außerdem sollte man ein Ganzkörperbild von sich in dem Video zeigen, damit die Redaktion einen Eindruck bekommt.“ Das Video schien gut anzukommen, denn Isabell Schneider erhielt eine Einladung zum Dreh nach München.

Zusammen mit ihrem Mann fuhr sie an die Isar. „Beim Dreh durfte er allerdings nicht dabei sein, aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen.“ Das Experiment drehte sich um die eigene Körperwahrnehmung, die sich ganz oft von der anderer Menschen unterscheidet. Der Beitrag wurde für das neue Fernseh-Journal von Pro7 gedreht, das den Namen „Zervakis & Opdenhövel“ trägt und von den beiden früheren ARD-Zugpferden Linda Zervakis („Tagesschau“) und Matthias Opdenhövel („Sportschau“) moderiert wird. Die Sendung läuft montags um 20.15 Uhr.

Die beiden bekannten TV-Moderatoren lernte Isabell Schneider allerdings nicht kennen, als sie vor der Kamera stand. „In der Sendung gibt es eine Mischung aus aktuellen Themen und vorbereiteten Beiträgen“, so die Lünerin. Zu diesen Beiträgen gehört auch das Experiment, an dem mit Isabell Schneider noch weitere fünf ganz unterschiedliche Frauen teilnahmen.

Vor der Kamera gesprochen

„Wir kannten uns vorher nicht. Jeweils zwei von uns wurden einander zugelost, durften sich aber nicht sehen“, erzählt die zweifache Mutter. Zunächst musste sie alleine ins Studio und kurz erzählen, wer sie ist, was sie beruflich macht. „Ich hab auch über meine Magen-OP erzählt, die ich gemacht habe, um Gewicht zu verlieren.“ Dann sollte sie auf eine Wand schreiben, welche Körperteile sie an sich mag und welche nicht. Darüber wurde dann auch vor der Kamera gesprochen.

Das Gleiche absolvierte auch die ihr zugeloste Frau. Dann ging eine Trennwand auf, die beiden Frauen sahen sich das erste Mal. Nach Smalltalk zum Kennenlernen sollte jede der anderen sagen, welche positiven Dinge an ihr aufgefallen sind. „Dabei waren dann tatsächlich Körperteile, die man selbst an sich gar nicht mag“, staunte die Lünerin.

Dann sollte sie erzählen, wie sie sich bei den Komplimenten gefühlt hat und auch, was man der anderen Frau gerne sagen wollte. „Wie das Ganze dann letztlich zusammen geschnitten wurde, weiß ich natürlich nicht.“ Sie ist schon sehr gespannt auf den Bericht.

Frau sieht sich oft zu kritisch

Eins haben ihr die Dreharbeiten aber auf jeden Fall gebracht: Die Erkenntnis, dass frau sich selbst oft zu kritisch sieht und negativ beurteilt. Wohingegen das Umfeld, und eben auch andere Frauen einen viel positiveren Eindruck hat. Das ging ihr bei den anderen Kandidatinnen genauso: „Ich habe gar nicht verstanden, warum sich die anderen Frauen, die teilweise wie Models aussahen, so negativ beurteilen.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt