Tau im Kühlraum: Wie lange müssen die Brambaueraner noch mit der maroden Trauerhalle leben?

rnKommunalfriedhof Brambauer

Die Trauerhalle auf dem Kommunalfriedhof in Brambauer ist in trostlosem Zustand. Das soll sich nicht nur mit Blick auf die Konkurrenz jetzt schnell ändern.

Brambauer

, 01.07.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Trauerhalle auf dem Kommunalfriedhof ist alt - und das sieht man ihr auch an. In fünf Jahren wird sie 100 Jahre alt. Bis dahin wird sie hoffentlich in besserem Zustand sein. Die Politik jedenfalls ist dafür.

Einstimmig stimmte der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung dafür, der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) zu empfehlen, die Beschlüsse zur Sanierung der Trauerhalle zu fassen. Das berichtete Ausschuss-Vorsitzender Rüdiger Billeb (SPD) am Freitag auf Nachfrage.

Diese Maßnahmen sind nötig

Das Vorgehen klingt kompliziert - die Vorlage zeigte aber, wieso diese Sanierung notwendig ist. In der nannte die Verwaltung, welche Arbeiten notwendig sind:

  • Zustand des Gebälks der Dachkuppel überprüfen und sanieren. Immerhin ist das kleine Vordach bereits zusammengefallen.
  • Abdeckung der Kuppel sanieren.
  • Anstrich des Gebäudes erneuern - innen und außen.
  • Fußboden sanieren.
  • Technik in den gekühlten Aufbahrungsräumen erneuern. Dort bildet sich momentan Tau.
  • Teil der Räume zum Kolumbarium aufbauen. Ein Kolumbarium ist ein Raum für Urnen, die dort aufgestellt werden, anstatt bei einer Beerdigung in die Erde gelassen zu werden. Der Platz wird frei, weil weniger Aufbahrungsräume benötigt werden.

Ob weitere Maßnahmen nötig sind, würden neue Gutachten der ZGL ergeben. Klar ist: Das Gebäude steht seit 1986 unter Denkmalschutz - und muss deshalb nach den Vorgaben des Denkmalschutzes behandelt werden. Klar ist auch: „Vor dem Hintergrund privater Konkurrenz (...) sollten die Arbeiten schnellstmöglich erfolgen, um weiter sinkende Nutzungszahlen zu vermeiden.“

Bestatter haben eigene Kühl-Räume

Diese Redaktion hatte schon im Februar über den trostlosen Zustand der Trauerhalle berichtet, nachdem die CDU-Fraktion den zum Thema gemacht hatte. In der Berichterstattung äußerte Sebastian Bentzien, Chef des Bestattungsunternehmens Brocksiepe, dass tatsächlich die Bestatter zur Aufbahrung der Toten ihre eigenen Kühl-Räumlichkeiten hätten.

Zahlen der Stadt zeigten, dass die Halle immer seltener genutzt wird. Eine Sanierung könnte dem entgegenwirken. Was die kosten würde, steht übrigens nicht in der Vorlage. Aber: „Fördermöglichkeiten für die Sanierung sind zu erwarten.“

Ausschuss tagt schon nächste Woche

Der Betriebsausschuss ZGL, der sich jetzt um das weitere Vorgehen kümmern soll, tagt schon am kommenden Dienstag (2. Juli). Auf der Tagesordnung dieses Termins steht das Thema allerdings nicht. Die nächste Sitzung ist für September terminiert. Die ZGL muss sich dabei nicht nur mit der Denkmalbehörde, sondern auch mit der Abteilung Stadtgrün auseinandersetzen - sie ist Mieterin der Halle.

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