Mehr Kapazitäten: Lüner Marienhospital nimmt wieder Covid-Patienten auf

rnUmstrukturierung

Das Lüner St.-Marien-Hospital nimmt wieder Covid-Patienten auf. Um Kapazitäten zu schaffen, wurde eine weitere Station eingerichtet. Planbare Eingriffe müssen aber derzeit verschoben werden.

Lünen

, 21.11.2020, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor zwei Wochen machte die Nachricht die Runde, dass das St.-Marien-Hospital in Lünen keine Covid-Patienten mehr aufnehmen konnte. Das lag nicht an den räumlichen oder technischen Kapazitäten, sondern schlichtweg an fehlendem Personal. Das Krankenhaus meldete sich als ausgelastet. Das hat sich geändert. Inzwischen können wieder Corona-Kranke aufgenommen werden. Das St.-Marien-Hospital, das mit dem St. Christophorus-Krankenhaus Werne zum Katholischen Klinikum Lünen /Werne gehört, hat intern umstrukturiert.

Im C-Bau werden jetzt auf drei Stationen Betten für Covid-Patienten vorgehalten. Vorher war das dort auf zwei Stationen der Fall. Die Quarantäne-Station des C-Baus ist ins Haupthaus umgezogen, wo es noch eine weitere Quarantäne-Station gibt. So stehen in Lünen nun maximal 75 Betten für Corona-Fälle zur Verfügung.

Planbare Eingriffe verschoben

Dass wieder Covid-Patienten aufgenommen werden könnten, sei durch konsequentes Absagen von planbaren und nicht dringlichen Eingriffen und durch Umstrukturierungen der Stationen möglich geworden, erklärt Geschäftsführer Axel Weinand auf Anfrage der Redaktion. So habe man die ärztlichen und pflegenden Mitarbeiter bündeln können. Akute Fälle würden aber nach wie vor im Krankenhaus behandelt, betont Dr. Berthold Lenfers, Leiter des Covid-Koordinationsstabes des Katholischen Klinikums Lünen/Werne. „Wir sind in der Lage, Notfälle und Patienten mit akuter Symptomatik mit aller Qualität zu versorgen.“

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In Lünen und Werne stehen weitere 54 intensivmedizinische, so genannte High-Care-Betten mit Beatmungsmöglichkeit für Covid-Patienten zur Verfügung. 14 in Werne und 40 in Lünen. Davon können am Standort Lünen zurzeit nur 28 Plätze genutzt werden. Das liege an der personellen Situation, bedingt durch einen hohen Krankenstand, wie Weinand erklärt. Stand Freitag (20.11.) wurden im St.-Marien-Hospital 29 Corona-Infizierte versorgt. Fünf von ihnen waren auf der Intensivstation, drei davon beatmet.

Wobei die Statistik der beatmeten Patienten laut Lenfers nicht ganz die Realität abbilde. Als beatmet würden nur diejenigen gezählt, die auch mit einem Beatmungsschlauch intubiert seien. Dabei gebe es auch andere Formen der Beatmung, wie Überdruckmasken, die dann nicht in der Statistik auftauchten. Die seien allerdings in der Kontrolle für das Personal viel aufwendiger, erläutert Lenfers.

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Ohnehin binde die Versorgung von Covid-Patienten enorme Ressourcen. Auf der Quarantänestation könne in einem üblichen Dreibett-Zimmer jetzt nur ein Patient versorgt werden. Dieser Aufwand für die Krankenhäuser würde bisher nicht gewürdigt, so Lenfers. Jede Infektion berge zudem eine gewisse Unsicherheit, weil die Ansteckung ja schon Tage vor dem Ergebnis beginne. Das Katholische Klinikum Lünen/Werne habe jüngst alle Mitarbeiter getestet, „in einem riesigen logistischen Aufwand“, wie Lenfers sagt.

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Während beispielsweise das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten dazu übergegangen ist, alle Besucher, die einen Angehörigen ab dem fünften Tag des Krankenhaus-Aufenthaltes besuchen wollen, mit einem Antigen-Schnelltest zu testen, ist das am Katholischen Klinikum Lünen/Werne nicht vorgesehen. „Wir haben diese Tests bereits Anfang Oktober getestet und sehen die Qualität und diagnostische Sicherheit kritisch. Sie können darüber hinaus eine Sicherheit vortäuschen, die dann zu einem laxen Umgang mit den AHA-L Regeln führen könnte. Das Ergebnis wäre dann kontraproduktiv“, erläutert Axel Weinand. Außerdem müssten die Tests von qualifiziertem Personal unter Schutzbedingungen durchgeführt werden. Das gehe „nicht mal eben so im Vorbeigehen. Wir benötigen alle verfügbaren Kräfte in der direkten Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.“

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