Mehrkosten von über 200 000 Euro

Kita-Tarifabschluss

LÜNEN Durch die vereinbarten Lohnerhöhungen für die städtischen Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen dürften auf die Stadt Mehrkosten von über 200 000 Euro pro Jahr zukommen.

von Dieter Hirsch

, 29.07.2009, 06:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Erzieher erhalten mehr Geld für ihre Arbeit mit Kindern.  Foto dpa

Erzieher erhalten mehr Geld für ihre Arbeit mit Kindern. Foto dpa

Konkrete Zahlen konnten Kämmerer Hans-Georg Schlienkamp und Helmut Lüdeking, Leiter der Personaldienste der Stadt Lünen, allerdings nicht nennen. "Wir haben den Tarifabschluss gerade erst auf den Tisch bekommen. Der ist sehr komplex", so Lüdeking. Jetzt wird fieberhaft gerechnet. Die genannten mehr als 200 000 Euro resultieren aus der Anzahl der betroffenen Beschäftigten und der von ver.di genannten durchschnittlichen Lohnerhöhung von 120 Euro pro Monat (RN berichteten). "Es geht bei uns um rund 100 Erzieher und Erzieherinnen sowie etwa 40 Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen", erklärte Ludger Trepper, Leiter des zuständigen Fachbereiches Kinder-Jugend-Familie. Eine sehr grobe Rechnung. "Seriöse Zahlen sind aktuell noch nicht möglich", so Lüdeking.

Urabstimmung

Zumal die Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung bis zum 15. August erst noch erklären müssen, ob sie das Verhandlungsergebnis akzeptieren. Der neue Tarif soll ab dem 1. November gelten. "Die Bewertung des Abschlusses fällt angesichts des sehr komplexen Ergebnisses schwer. Die Mitarbeiter aber sind generell erst einmal froh und erleichtert, dass der lange Arbeitskampf beendet ist", so Trepper. So wirklich erleichtert ist Kämmerer Hans-Georg Schlienkamp angesichts der schlechten Haushaltslage und der Zusatzkosten naturgemäß nicht. Dabei seien die über 200 000 Euro zusätzlichen Personalkosten nur ein Teil.

Gesundheitspaket

"Das Gesundheitspaket ist noch gar nicht verhandelt", so Schlienkamp. Beispiel: Schallschutzmaßnahmen gegen den Lärm. "Diesen Schallschutz herzustellen kostet natürlich." Die Maßnahmen seien ja richtig, auch dass die Kollegen eine Lohnerhöhung erhalten, betont Schlienkamp. Er erklärte weiter, dass z.B. bis 2013 weitere Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige geschaffen werden. So kämen jedes Jahr weitere Belastungen hinzu. Schlienkamp wies ferner darauf hin, dass im Zuge der Wirtschaftskrise Steuereinnahmen wegbrächen und er ab Herbst Mehrausgaben bei den Sozialleistungen erwarte."Das können wir als Kommune angesichts der Haushaltslage alleine nicht mehr schultern", so Schlienkamp.

Lesen Sie jetzt