Messe ist noch nicht gelesen

Lünen Latein? Deutsch? Alter Ritus? Die Messe ist noch nicht gelesen, welcher Sprache und Formen sich die Liturgie bedient. Bei Lüner Pfarrern steht das Contra neben dem Pro, die Ablehnung der päpstlichen Entscheidung, zum alten Messritus zurückzukehren, neben der Zustimmung.

10.07.2007, 10:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was sie davon hielten, dass Papst Benedikt XVI. angeordnet hat, dass Gottesdienste wieder auf Latein und mit dem alten Ritus des mit dem Rücken zur Gemeinde stehenden Priesters, gefeiert werden dürfen, fragten wir die Pfarrer, deren Reihen der Urlaub gelichtet hatte. Pfarrer Axel Heinekamp (St. Marien) wollte sich nicht äußern.

Dagegen: Pfarrer Winfried Holtgreve (1. Foto), Leiter des Pastoralverbundes Lünen Süd-Ost, spricht ein klares Contra:

40 Jahre nach der Erneuerung von Kirche und Liturgie durch das 2. Vatikanische Konzil unter Papst Johannes XXIII., hält Holtgreve ein Neuaufleben des alten Ritus für nicht notwendig: «Es geht den Traditionalisten nicht primär um die Sprache, sondern um Inhalte, da müssen wir aufpassen, dass wir nicht hinter die Zeit zurückfallen.» Sollte in Lünen der Wunsch nach lateinisch gefeierten Messen mit altem Ritus laut werden, dürfte eine Räumlichkeit dafür ausreichen. Holtgreve: «Das muss nicht in allen katholischen Kirchen angeboten werden.»

Pastor Heinrich Stangorra (2. Foto) aus St. Barbara in Brambauer, spricht sich für eine Rückkehr der rituellen Tradition aus.

«Die Menschen», sagt er, «brauchen ein Mysterium.»

In Herz-Jesu (Brambauer) sei im vergangenen Jahr drei- viermal eine lateinische Messe gelesen worden. Der Versuch sei auch auf Drängen des Pfarrgemeinderats wieder eingestellt worden.

Pfarrer Horst Feil (3. Foto, Herz-Jesu) fordert eine differenzierte Betrachtung des Themas: Längst werde über den Messritus nicht mehr so emotional diskutiert wie vor 40 Jahren:

Feil: «Das Weltumfassende der katholischen Kirche wird in der traditionellen Liturgie sichtbar.» k

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