Im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Bauarbeiter (50) aus Lünen soll im November geurteilt werden. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Millionenbetrug durch Schwarzarbeit: Urteilstermin gegen Lüner steht fest

Der Schwarzlohn-Prozess gegen einen Bauarbeiter aus Lünen und einen Mitangeklagten ist auf die Zielgerade einbogen. Am 3. November wollen die Bochumer Richter die Urteile verkünden.

Im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Bauarbeiter (50) aus Lünen sollen am 3. November planmäßig die Urteile verkündet werden. Die Beweisaufnahme wollen die Richter der 6. Wirtschaftsstrafkammer am Bochumer Landgericht bereits in der kommenden Woche schließen.

In den vergangenen Wochen hatten die Richter vor allem noch auf die direkte Vernehmung eines wichtigen Zeugen aus Israel spekuliert. Nachdem der Mann jedoch zuletzt endgültig über seinen Anwalt abgesagt hatte, haben die Bochumer Richter nun die Inhalte einer vorherigen Vernehmung des Mannes indirekt über drei involvierte Vernehmungsbeamte eingeführt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Lüner gemeinsam mit seinem mitangeklagten Ex-Firmenchef aus Witten von 2014 bis 2017 ein illegales Schwarzlohn-System im Unternehmen installiert hat. Laut Anklage soll den Finanzbehörden durch an der Steuer vorbei bezahlte Arbeitnehmer ein Sozialversicherungs- und Steuerschaden in Höhe von 3,1 Millionen Euro entstanden sein.

Grundlage für das Bezahlen von Löhnen mit „Schwarzgeld“ sollen zuvor mit einer anderen Firma aus dem Rheinland verabredete Scheinrechnungen gewesen sein, deren Vorlagen durch die ehemals mitangeklagte Frau aus Lünen erstellt worden sein sollen. Das Verfahren gegen die Lünerin war bereits vor Monaten gegen eine Geldauflage von 2000 Euro eingestellt worden.