Ministerium und LWL bestätigen Gespräche über psychiatrische Klinik am St.-Marien-Hospital

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Im Kreis Unna fehlen Betten für die Versorgung psychisch kranker Menschen. Das könnte sich mit der Einrichtung einer Aufnahmestation am St.-Marien-Hospital ändern. Darüber wird verhandelt.

Lünen

, 18.01.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinter den Kulissen finden auf höchster Ebene Gespräche über die mögliche Ansiedlung einer stationären psychiatrischen Klinik am Lüner St.-Marien-Hospital in der City statt - zusätzlich zu der an dem Krankenhaus bereits existierenden Tagesklinik für psychisch kranke Menschen.

An den Gesprächen nehmen das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium (Düsseldorf), der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL, Münster), Krankenkassen und das Marien-Hospital teil. Das erklärte ein LWL-Sprecher auf Anfrage und bestätigte damit Informationen unserer Redaktion.

Gesprächstermin im Ministerium

Wie der Sprecher weiter sagte, seien sich alle Beteiligten darüber einig, dass es im nördlichen Kreis Unna Bedarf für ein weiteres Angebot für psychisch Kranke gebe: In den Gesprächen würden alle notwendigen Modalitäten einer Umsetzung geprüft, sagte der LWL-Sprecher weiter: „Das nächste Treffen hierzu findet im Februar im Gesundheitsministerium statt.“

Neben der Tagesklinik am St.-Marien-Hospital betreibt der LWL im Kreis Unna zwei weitere Tageskliniken in Bergkamen und in Unna. In Unna findet sich zudem - als Außenstelle der LWL-Klinik Dortmund - eine stationäre Aufnahmestation für psychische kranke Erwachsene im Evangelischen Krankenhaus.

Vorstellbar sei im Sinne der Entscheidungsträger, eine solche Außenstelle am St.-Marien-Hospital zu schaffen. Zu den Kosten, der Zahl der Betten, einem Zeitplan etc. machte der Sprecher des Landschaftsverbands keine Angaben: „Dazu ist es noch zu früh.“

Stationäre Einrichtung und Tageskliniken

Die Station Unna ist im Erdgeschoss des Evangelischen Krankenhauses untergebracht und zählt nach LWL-Angaben 45 allgemein- und gerontopsychiatrische Behandlungsplätze. Die Patienten sind dort in Ein-, Zwei- und Dreibettzimmern untergebracht. Die durchschnittliche Verweil- beziehungsweise Behandlungsdauer beträgt etwa 30 Tage. „Im Anschluss an die vollstationäre Behandlung kann eine Weiterbehandlung durch die Tageskliniken Unna, Lünen oder Bergkamen organisiert werden“, heißt es beim LWL.

Im Gegensatz zu der stationären Einrichtung bieten die Tageskliniken im Kreis Unna psychisch erkrankten Menschen in der Regel montags bis freitags zwischen 8 Uhr und 16.30 Uhr eine individuelle Behandlung und Pflege.

Das sagt das Gesundheitsministerium

Zum Stand der Dinge erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf Anfrage unserer Redaktion:

„Basierend auf dem Krankenhausplan NRW 2015 hat das Land die Krankenhäuser und die Krankenkassen zu Verhandlungen über regionale Planungskonzepte zur zukünftigen Krankenhausversorgung in NRW aufgefordert. In diesem Rahmen sind zwischen den Krankenhausträgern und den Krankenkassen auch Verhandlungen über die psychiatrische und psychosomatische Krankenhausversorgung der Stadt Dortmund und des Kreises Unna geführt worden. Während über die Versorgung der Stadt Dortmund in Kürze eine abschließende Entscheidung getroffen wird, sollen die Verhandlungen über die psychiatrische und psychosomatische Versorgung des Kreises Unna an die beteiligten Krankenhäuser und Krankenkassen zu Neuverhandlungen zurückgegeben werden. Ich bitte um Verständnis, dass aufgrund des laufenden Verfahrens derzeit keine konkreteren Auskünfte gegeben werden können.“

Auf Nachfrage zu dieser Antwort erklärte ein Ministeriumssprecher, dass „ das vorgelegte Ergebnis der Verhandlungen zwischen den Krankenhausträgern und den Krankenkassen für den Kreis Unna eine nur ungenügende wohnortnahe und nicht ausreichende Bettenkapazität vor(sah). Ergebnis der Verhandlungen sollte ein Vorschlag zur ausreichend wohnortnahen Versorgung mit einem angemessen dimensionierten Behandlungsangebot sein.“

An diesem Vorschlag wird wohl zurzeit gearbeitet.

Das sagt der Krankenhaus-Chef
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Axel Weinand, Geschäftsführer des St.-Marien-Hospitals © Püschner

Axel Weinand, Geschäftsführer des St.-Marien-Hospitals, bestätigte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass es Sondierungsgespräche, aber noch keine konkrete Planung zur Einrichtung einer Aufnahmestation gebe: „Man hat festgestellt, dass es einen Bedarf an Plätzen, an Betten gibt.“ Im Übrigen, sagte Weinand weiter, sei das Thema nicht neu, „das gab es schon vor 15 Jahren“. Keinen Zweifel ließ der Krankenhaus-Geschäftsführer daran aufkommen, dass auch das Marien-Hospital von der Einrichtung einer psychiatrischen Aufnahmestation profitieren würde. „Mit Blick auf unsere Neurologie und Geriatrie bietet sich da Raum für Synergieeffekte.“

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