Mit Helm, Sonnenbrille und Maske zur Demo? Vermummung ist verboten

rnVermummungsverbot

Sein Gesicht in der Öffentlichkeit komplett zu bedecken, ist verboten. Am Freitag (25.9.) sind Fahrrad-Demos in Lünen. Helm, Maske, Brille - was ist erlaubt? Wir haben die Polizei gefragt.

Lünen

, 25.09.2020, 11:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verwirrung hat es bei der Fahrraddemo in Werne am Mittwoch (23. September) gegeben: Die Polizei verbot das Tragen einer Kopfbedeckung in Kombination mit einer Mund-Nasen-Bedeckung. Die Teilnehmer verstanden daraus: Entweder ich trage eine Maske oder einen Helm - beides gleichzeitig sei aufgrund des Vermummungsverbotes nicht erlaubt. Die Polizei dachte mit ihrer Aussage aber eher an eine Sturmhaube als an einen Helm und betonte im Nachhinein, dass sie sich über jeden freue, der einen Helm trage.

Was gilt als Vermummung?

Dennoch bleibt die Frage: Was gilt als Vermummung, was nicht? Müssen auf Fahrraddemos Masken getragen werden? In Lünen sind gleich zwei Fahrraddemos am Freitag (25. September) angesagt. Was dabei erlaubt ist und was nicht, erklärt Kristina Purschke von der Dortmunder Polizei:

  • Ein Fahrschullehrer hat im Straßenverkehr auch einen Mundschutz auf - dabei sind Haaransatz und Augen noch frei, also sei das kein Problem. Auch wenn man dazu eine Mütze, Cappy oder einen Fahrradhelm trägt, gilt das nicht als Vermummung. Kritisch wird es erst, wenn eine Sonnenbrille hinzu kommt oder man seine Kapuze tief ins Gesicht zieht: Dann ist die Person gar nicht mehr zu erkennen.
  • Vor allem bei einer Demo sollte der Mensch klar erkennbar sein, am wichtigsten sei dabei die Augenpartie.
  • Ob ein Hygienekonzept mit Maskenpflicht für eine Demo vorgelegt werden muss, hängt von der Veranstaltung ab. Vorgeschrieben sei in jedem Fall nur die Einhaltung des Mindestabstandes.

Dirk Schumann, Sprecher von ADFC im Kreis Unna, rät bei jeder Radfahrt zum Tragen eines Helmes. Wer schon einmal gestürzt sei, wisse, wie wichtig der Schutz sei. Die Maske hält er dabei für weniger wichtig: „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der mit Maske Fahrrad gefahren ist.“ Sport dürfe unter Einhaltung des Mindestabstandes ohne Maske im Freien durchgeführt werden. Bei längeren Touren achten die ADFC-Tourenleiter auf die Einhaltung der Abstände bei den Pausen.

„Keine Tour de France-Fahrer, die Reifen an Reifen fahren“

„Ich bin zuversichtlich, dass es weiterhin gut klappt. Wir sind ja keine Tour de France-Fahrer, die Reifen an Reifen fahren“. Bei der Critical Mass am Freitag um 17 Uhr in der Innenstadt sei eher das Problem, dass die Abstände zu groß seien. Denn um als ein Fahrzeug zu gelten, dürfen sich keine Autos zwischen den Fahrradkonvoi drängen.

Das Ziel der Critical Mass sei, die Politik auf die Belange der Fahrradfahrer im Straßenverkehr aufmerksam zu machen, indem sie sich auf der Straße „breit machen“. Bei der vorangehenden Fridays for Future Fahrrad-Demo um 13.30 Uhr ginge es darum, Co2 zu reduzieren und für kurze Strecken das Fahrrad zu nutzen. Das Fahrrad sei die Schnittmenge zwischen dem ADFC und Fridays for Future.

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