Münsterstraße: So gehen Händler mit Baustelle um

Lüner Innenstadt

Bauzaun, Bagger und Teermaschine: Nördlich der Lippebrücke in Lünen ist der Umbau der Münsterstraße in vollem Gang. Die erste Bauphase soll im August abgeschlossen werden. Wir haben nachgefragt, wie sehr die Händler von den Arbeiten betroffen sind, wie die Geschäfte damit umgehen und wo noch gebaut wird.

LÜNEN

, 20.06.2016, 16:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Münsterstraße: So gehen Händler mit Baustelle um

Vor der Lippebrücke erstreckt sich bis Mitte August eine lange Baustelle.

Was genau wird umgebaut?

Die Umbauarbeiten der Münsterstraße beinhalten die Erneuerung des Pflasters und der Busspur. In Zukunft soll es nur noch eine Baumreihe geben sowie zusätzliche Bänke und Fahrradständer. Der betroffene Bereich erstreckt sich von der Lippebrücke bis zur Persiluhr. Insgesamt 1,2 Millionen Euro soll der gesamte Umbau kosten, an denen die Stadt aber nur mit 20 Prozent, also 240 000 Euro, beteiligt sei, wie Stadtsprecherin Simone Kötter in der Vergangenheit erklärte.

 

Liegen die Arbeiten im Zeitplan?

„Ja, die Arbeiten liegen grob im Zeitplan“, sagte Stadtsprecher Frank Knoll am Mittwoch auf Anfrage, obwohl die Arbeiten an der Kanalisation bei den starken Regengüssen unter erschwerten Bedingungen stattfänden und stattgefunden hätten. Damit bleibt der anberaumte Zeitraum bestehen. Die erste Phase (Lippebrücke bis Tobiaspark) soll bis Mitte August erledigt sein, die zweite Phase hoch bis zur Persiluhr bis Ende November. Wie Franziska Meinhold von der VKU sagte, würde ab Mitte Juli die Umleitung für die Buslinien eingerichtet.

 

Wie stark sind die ansässigen Händler von der Maßnahme betroffen?

„Ich gehe positiv damit um“, sagt Eva Romanakis, Besitzerin von „Kreta‘s Schätze“. Allerdings würde ihr schon etwas an Umsatz fehlen. „Alle wollen die Baustelle schnellstmöglich fertigstellen“, sagt Thomas Göcke, Besitzer von Optiker und Hörakustik Schnurbusch. Gefühlt seien nicht weniger Kunden im Laden als ohne die Baustelle. Die Arbeiter vor seiner Tür seien „super nett“ und fleißig. Ralf Bettschke, Inhaber von Lotto Böckmann, merkt derzeit noch nichts. „Allerdings graut es mir etwas davor, wenn die Baustelle hochzieht“, sagt er. „Angst machen gilt nicht“, sagt sein Nachbar Olaf Huchler, Besitzer des gleichnamigen Feinkostgeschäftes, man könne es ja eh nicht ändern.

 

Wie gehen die Händler nördlich der Lippebrücke mit der Baustelle um?

Die Händler sind kreativ. In Zukunft seien vier Baustellenpartys geplant, auch wollen sie eine „Baustellen Shopping Selfie“-Aktion durchführen. Zusätzlich sollen drei „Herzlich willkommen trotz Baustelle“-Banner an den Eingängen zur nördlichen Innenstadt aufgehängt werden. „Wir wollen mehr Aufmerksamkeit auf die Ecke lenken“, sagt Carola Deinhart-Auferoth, Chefin des Hotels an der Persiluhr. Mit sechs Leuten, darunter auch Thomas Göcke, Vertretern des Bauvereins zu Lünen und der Wohnungsbaugenossenschaft Lünen, hätte man sich die Ideen einfallen lassen. So sollen an vier Freitagen von 17 bis 21 Uhr Getränke und Speisen, wie zum Beispiel aus dem Geschäft von Romanakis, direkt neben der Baustelle verkauft werden. „Die Aktion zieht immer mit der Baustelle mit“, sagt Deinhart-Auferoth.

Bei der „Baustellen Shopping Selfie“-Aktion wollen die Verantwortlichen in teilnehmenden Geschäften ein gelbes Plastik-Ei verstecken. Dieses beinhaltet immer die Aufgabe, ein „Selfie“ (Selbstporträt) mit einem Produkt aus dem Geschäft zu schießen. Hauptgewinn: ein Ausflug ins Phantasialand. „Die ersten Geschäfte, die wir angesprochen haben, waren begeistert“, sagt sie.

 

Wo wird bald noch gebaut?

Ab Herbst startet der Abriss der Hauses Münsterstraße 8. Bis Anfang 2018 sollen dort und angrenzend drei Häuser mit 32 Wohnungen gebaut werden. Dort ist auch Platz für ein Ladenlokal (230 Quadratmeter). 6,3 Millionen Euro werden für den Umbau von der Firma Heckmann Bauland & Wohnraum GmbH & Co. KG investiert.

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