Mutter von Nils: Verteidiger kämpfen für Gutachter

Prozess um Tod des Babys

Im Prozess um das Schicksal des im Juni 2010 verstorbenen Säuglings Nils geht der Kampf der Verteidigung weiter. Die Anwälte der wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagten Mutter wollen unbedingt verhindern, dass ein medizinischer Gutachter als befangen eingestuft und aus dem Verfahren entfernt wird.

LÜNEN

22.08.2016 / Lesedauer: 2 min

Einen entsprechenden Antrag hatte Staatsanwältin Sandra Lücke im Juli gestellt. Sie wirft dem Mediziner Verschleierungstaktiken vor. Unter anderem soll der Gutachter erst viel zu spät mitgeteilt haben, dass er vor der Erstattung seiner Expertisen intensiven Kontakt mit der Verteidigung gehabt hatte.

Rechtsanwalt Rüdiger Deckers hält die Vorwürfe jedoch für absolut aufgebauscht. Es sei jedem klar gewesen, dass der Gutachter sozusagen im Auftrag der Verteidiger tätig wurde. „Ihn jetzt aus dem Verfahren zu katapultieren, wäre widersinnig und willkürlich“, sagte Deckers.

Arzt hält Version der Angeklagten für möglich

Anders als mehrere andere medizinische Sachverständige ist der von der Staatsanwaltschaft abgelehnte Gutachter der Ansicht, dass Nils nicht zwingend an den Folgen eines Schütteltraumas gestorben sein muss. Der Arzt hält es sogar für wahrscheinlich, dass die Version der Angeklagten richtig ist. Danach ist der Säugling aus dem Bett gefallen und hat sich dabei die schweren und letztendlich tödlichen Kopfverletzungen zugezogen.

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