Die letzte Ratssitzung fand im November 2020 statt, als der neu gewählte Rat das erste Mal zusammentrat. Wegen der Corona-Krise werden viele Entscheidungen jetzt im Haupt- und Finanzausschuss gefasst. © Goldstein
AfD in Lünen

Nach Austritt aus AfD-Fraktion: Pasternaks 6-Punkte-Programm für Lünen

Seit Oktober sitzen Peter Pasternak und seine Tochter Constanze als Fraktionslose im Lüner Stadtrat. Das soll sich schnellstmöglich ändern. Vater und Tochter planen eine eigene Fraktion

Nach ihrem Austritt aus der AfD-Ratsfraktion zum 1. Oktober dieses Jahres wollen Peter Pasternak (55) und seine Tochter Constanze (24) im Lüner Stadtrat mit einer eigenen Fraktion „Realpolitik“ für die Stadt Lünen und ihre Bürger machen.

„Es ist uns wichtig, die Zukunft der Stadt Lünen aktiv mitzugestalten“, sagte Peter Pasternak am Mittwoch (20. Oktober) im Gespräch mit unserer Redaktion.

„Realpolitik nicht möglich gewesen“

Realpolitik im Sinne einer sozialen, ökologischen und zugleich konservativen Politik sei in der alten Fraktion nicht möglich gewesen, sagte Peter Pasternak weiter:

„Gesprächsangebote und von uns ausgesprochene Einladungen wurden nicht wahrgenommen. Deshalb haben wir uns zum Austritt aus der Fraktion entschlossen.“

Wie berichtet, liegt die Mitteilung über die geplante Fraktionsgründung von Peter und Constanze Pasternak Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns vor:

„Zurzeit wird geprüft, ob die geplante Fraktionsgründung mit der Gemeindeordnung konform geht“, hieß es vor wenigen Tagen aus der Pressestelle der Stadt auf Anfrage unserer Redaktion.

„AfD Bürgerfraktion Lünen“

Peter Pasternak geht davon aus, dass die laufende Prüfung auf Basis der Gemeindeordnung Ende Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein wird:

„Dann haben wir Klarheit, ob die Gründung der Fraktion gelingt.“

Geht es nach dem Willen der Pasternaks, dann heißt sie „AfD Bürgerfraktion Lünen“ – wenn denn die Partei Alternative für Deutschland (AFD) da mitspielt.

Voraussetzung für die Zulassung der neuen Fraktion laut Gemeindeordnung ist unter anderem, dass sich die Wahlprogramme unterscheiden.

Im Gegensatz zu dem 10-Punkte-Programm der noch im Rat mit Friederike Hagelstein (Fraktionsvorsitzende) und Jens Hiekel (Stellvertreter) vertretenen AfD-Fraktion wollen die Pasternaks mit einem 6-Punkte-Programm neu durchstarten.

Die Programmpunkte

Das Programm sieht so aus:

  • 1. Erschaffung einer zusätzlichen „Wilde Wiese“- Fläche von 100.000 Quadratmeter für Nutzinsekten mit Bürgerbeteiligung.
  • 2. Lünen als „essbare Stadt“ nach den Prinzipien der Permakultur.
  • 3. Lünen als regionaler Vorreiter für den Bau von nachhaltigen und schadstofffreien Gebäuden aus Massivholz nach den Prinzipien von Thoma-Holz-100.
  • 4. Förderung der Kreislaufwirtschaft nach dem „Cradle2Cradle“-Prinzip (Ansatz für eine durchgängige und konsequente Kreislaufwirtschaft, Anm.d.Red.)
  • 5. Einführung einer Lokalwährung mit dem Namen „Lüni“ nach dem Vorbild des „Chiemgauer“. – Peter Pasternak: „Ziel ist es, die Regionalität, Saisonalität und Nachfrage nach örtlichen Dienstleistungen zu stärken sowie soziale Projekte zu fördern.“
  • 6. Erstellung eines Entschuldungskonzeptes für die Stadt Lünen.

Kooperation mit anderen Fraktionen?

Bei der Umsetzung des Programms beziehungsweise einzelnen Punkten davon setzt Peter Pasternak auf Unterstützung der anderen Ratsfraktionen:

„Den Bäumen in Lünen, der Luft oder den Wiesen in Lünen ist es doch egal, welche Partei, welche Fraktion sich für sie einsetzt.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks