Nach dem Abriss: Stadt Lünen äußert Wünsche für ehemalige Steag-Fläche

rnAltes Kraftwerk

Emissionsarme Betriebe, die nach Tarif zahlen - das ist der Wunsch der Stadt Lünen für die Ex-Steag-Fläche. Aber es ist eben nur ein Wunsch. Die Entscheidung fällt an anderer Stelle.

Lünen

, 03.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Abriss der ersten Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Steag-Kraftwerks hat die neue Eigentümerin die nächste Runde eingeläutet: Bis 2024 will die Hagedorn-Gruppe aus Gütersloh das Kraftwerk abreißen und das Gelände für eine neue Vermarktung aufbereiten.

In einer vom Unternehmen veröffentlichten Pressemitteilung wurde unter anderem Lünens Wirtschaftsförderer Eric Swehla zitiert: „Dass dieses besondere Areal jetzt revitalisiert wird, ist eine Chance für Lünen, emissionsarme und zukunftsfähige Betriebe mit tariflich bezahlten Arbeitsplätzen anzuziehen.“

Wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte, seien diese Kriterien „natürlich ein Wunsch der Wirtschaftsförderung“, der auch dem Eigentümer mitgeteilt worden sei. Die Vermarktung liege letztlich jedoch in den Händen der Firma Hagedorn.

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Hagedorn und Stadt schweigen zu Plänen

Dort, wo die Wirtschaftsförderung Einfluss nehmen kann, wird übrigens auf solche Faktoren geachtet: „Das Gesamtpaket muss stimmen und die zu erwartenden Emissionen und die Art der zu schaffenden Arbeitsplätze sind immer wichtige Bestandteile dieses Pakets“, erläutert der Stadtsprecher.

Ob Hagedorn derweil am Plan eines Gewerbe- und Logistikparks festhält oder neue Ideen für das Areal hat, beantworteten weder die Stadt noch das Unternehmen selbst. Für Details sei es noch zu früh, ließ Unternehmenssprecherin Anke Seifert wissen - betonte aber auch, dass man sich in allen Bereichen „eng mit der Stadt abstimmt“. Benedikt Spangardt erklärte: „Es gibt vonseiten der Stadt Ideen, wie das Areal im Sinne einer nachhaltig positiven Entwicklung der Stadt und der Region zu nutzen wäre.“ Um diese Ideen zeitnah zu konkretisieren, seien Gespräche mit Politik, dem Kreis und möglichen Projektpartnern notwendig. „Konkrete Projekte kann ich daher zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich benennen.“

Keine Details zum Entwicklungskonzept

Ebenfalls bedeckt hält sich die Stadt beim Entwicklungskonzept für Lippholthausen. Hagedorn-Geschäftsführer Rick Mädel hatte durchblicken lassen, dass bei den Planungen für das ehemalige Steag-Gelände die Interessen der Nachbarn - zum Beispiel Remondis - durchaus eine Rolle spielen: „Wir haben nicht vor, eine Lösung zu schaffen, die nicht praxisorientiert ist.“ Benedikt Spangardt verwies bei der Frage nach Zielen des Entwicklungskonzepts auf die kommende Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am 16. Juni (17 Uhr, Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, Dammwiese 8), wo zunächst die Bestandsanalyse Thema sein wird. Das Konzept selbst liege noch nicht vor: „Ende des Jahres soll der Rat der Stadt darüber abstimmen.“

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