Nach Horror-Unfall in Lünen: Verfahren eingestellt

18-Jährige kam ums Leben

Eine Dortmunderin (18) kam zu Tode, zwei junge Männer aus Werne und Dortmund wurden schwer verletzt: Am 1. Mai 2016 krachten auf der Münsterstraße in Lünen zwei Autos frontal ineinander. Wegen fahrlässiger Tötung stand ein Lüner (28) vor Gericht. Doch das Verfahren wurde am Mittwoch vorläufig eingestellt.

LÜNEN

22.02.2017 / Lesedauer: 3 min
Nach Horror-Unfall in Lünen: Verfahren eingestellt

Das Wrack des Peugeot nach dem Unfall. Kurz vor der Stadtgrenze zu Werne war es auf der Münsterstraße zur Frontalkollision gekommen

Er trage zwar die Schuld an dem Unfall. Doch der Verschuldensvorwurf, kommentierte Richter Ulrich Oehrle vor dem Amtsgericht, sei eher gering. 5000 Euro muss der Angeklagte an die Eltern der getöteten Frau zahlen, je 2000 an die beiden verletzten Männer. Den Eltern war wichtig, so ihr Anwalt, dass die Schuldfeststellung getroffen wurde.

Mutter brach immer wieder in Tränen aus

Viele Tränen flossen im Saal 203. Mit gebrochener Stimme sprach der Angeklagte den Eltern der Getöteten sein Beileid aus. Sie nahmen als Nebenkläger an dem Prozess teil. Auch die Mutter brach immer wieder in Tränen aus.

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Schwerer Unfall am 1. Mai auf der B54 in Lünen

Furchtbare Tragödie: Ein 18-jähriges Mädchen aus Dortmund ist nach dem schweren Unfall am Sonntagnachmittag auf der Münsterstraße in Lünen-Wethmar gestorben. Zwei weitere junge Menschen wurden bei einem Frontalzusammentoß schwer verletzt.
01.05.2016
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Bei einem Unfall an der Münsterstraße sind am Sonntagnachmittag vier Menschen schwer verletzt worden - zwei schweben in Lebensgefahr.© Foto: Marc Fröhling
Bei dem schweren Unfall auf der B54 ist eine 18-Jährige aus Dortmund so schwer verletzt worden, dass sie im Krankenhaus starb.© Foto: Marc Fröhling
Bei einem Unfall an der Münsterstraße sind am Sonntagnachmittag vier Menschen schwer verletzt worden - zwei schweben in Lebensgefahr.© Foto: Marc Fröhling
Bei einem Unfall an der Münsterstraße sind am Sonntagnachmittag vier Menschen schwer verletzt worden - zwei schweben in Lebensgefahr.© Foto: Marc Fröhling
Bei einem schweren Unfall auf der Münsterstraße sind vier Personen verletzt worden.© Foto: Peter Fiedler
Bei einem schweren Unfall auf der Münsterstraße sind vier Personen verletzt worden.© Foto: Peter Fiedler
Bei einem schweren Unfall auf der Münsterstraße sind vier Personen verletzt worden.© Foto: Peter Fiedler
Unfall auf der B54, bei dem vier Menschen schwer verletzt worden sind. Eine 18-Jährige ist an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben.© Foto: Peter Fiedler
Bei dem Zusammenstoß am Sonntagnachmittag wurden vier Personen schwer verletzt.© Foto: Peter Fiedler
Nach dem Zusammenstoß am 1. Mai auf der Münsterstraße starb eine 18-jährige Dortmunderin.© Foto: Peter Fiedler
Bei dem Zusammenstoß am Sonntagnachmittag wurden vier Personen schwer verletzt.© Foto: Peter Fiedler
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Laut Anklage war der 28-Jährige durch eine Unachtsamkeit mit seinem Mercedes auf die Gegenfahrbahn geraten und dort mit einem Peugeot-Cabrio kollidiert.

An Abitur oder Arbeit nicht zu denken

Der Lüner hingegen war nach dem Unfall der festen Überzeugung, der Peugeot habe den Zusammenstoß verursacht. Ein Augenzeuge berichtete, er habe dem Angeklagten erklärt, dass er mit seinem Mercedes auf die Gegenfahrbahn geraten sei. Der Lüner sei daraufhin auf die Knie gesunken und habe mit den Fäusten auf den Asphalt geschlagen. Plötzlich habe er den Peugeot vor sich gesehen, erklärte der 28-Jährige am Mittwoch im Gerichtssaal.

Der Peugeot flog bei der Kollision durch die Luft und blieb auf der Seite liegen. Die 18-jährige Dortmunderin saß angeschnallt auf dem Rücksitz. Vergeblich kämpften die Ärzte um ihr Leben. Der Fahrer, ein 20-jähriger Dortmunder, erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Er ist auf einem Ohr schwerhörig, leidet unter einer Gesichtslähmung und starken Stimmungsschwankungen. Eine Woche nach dem Unfall hätte er das Abitur machen sollen. Daran ist bis auf Weiteres nicht zu denken.

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Der 20-jährige Beifahrer aus Werne erlitt Schulter- und Rippenbrüche, Lungenblutungen und ein Schädel-Hirn-Trauma. Auch für ihn ist an Arbeit noch nicht zu denken. Er habe den Mercedes wie in Zeitlupe auf sich zukommen sehen. Noch heute verfolgten ihn die Bilder.

Weder Alkohol noch Drogen im Spiel

Alkohol und Drogen spielten keine Rolle. Handy-Gespräche stellte die kriminaltechnische Untersuchung nicht fest. Eine Blendung durch eine Spiegelung schloss ein Polizeibeamter aus. Der Beamte und ein Sachverständiger fanden keine schlüssige Erklärung für den Unfall. Am Fahrzeug wurden keine Mängel festgestellt. Auch einen geplatzten Reifen schloss der Gutachter aufgrund der Spurenlage aus.

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