Naturfreunde im Glück: Lünerin entdeckt seltenen Schmetterling im Garten

Insekten

Eine Lünerin fotografierte in ihrem Garten einen ungewöhnlich großen Schmetterling. Ihr Vater und Naturfreund Reinhold Hintze (72) half herauszufinden, welches Tier vor die Linse flatterte.

Lünen

, 15.07.2021, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Abendpfauenauge ist ein Schmetterling, der nur sehr selten zu sehen ist. Eine Lüner Gärtnerin hatte das Glück und konnte den Falter in ihrem Garten fotografieren.

Das Abendpfauenauge ist ein Schmetterling, der nur sehr selten zu sehen ist. Eine Lüner Gärtnerin hatte das Glück und konnte den Falter in ihrem Garten fotografieren. © Familie Hintze

In einem mehrbändigen Naturlexikon wurde der ehemalige Berufsfeuerwehrmann Reinhold Hintze fündig. Er hatte herausgefunden, welcher Schmetterling sich in den Lüner Garten seiner Tochter verirrt hatte. Zwei markante Punkte, die an Augen erinnern, prangten auf den braunen Flügeln des Falters. Dazu eine Flügelspanne von bis zu acht Zentimetern. Für Hinze ist klar: Ein Abendpfauenauge hatte sich im Garten seiner Tochter niedergelassen.

Das Abendpfauenauge erreicht eine Flügelspanne von bis zu acht Zentimetern.

Das Abendpfauenauge erreicht eine Flügelspanne von bis zu acht Zentimetern. © Familie Hintze

Schon seit der Kindheit interessiert sich der 72-Jährige für die Natur, Tiere, Pflanzen und Insekten. Er weiß: „Das Adlerpfauenauge ist ein seltenes Schmetterlingsexemplar. Es kommt nur in Gebieten vor, in denen sich selten Menschen aufhalten.“ So wie beispielsweise an den Hängen der Bahngleise in Richtung Münster. Aber das Adlerpfauenauge sei kaum sichtbar. „Es passt seine Farbe dem Untergrund an“, berichtet Hintze von seinen Nachforschungen.

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Jochen Heinrich, Schmetterlingsexperte beim Arbeitskreis für Umwelt und Heimat in Lünen, gibt allerdings zu bedenken, dass sich die Forschungsliteratur nicht immer einig sei. Eigenschaften der Tiere, wie beispielsweise die Flug- oder Raupenzeiten, können bei unterschiedlichen Autoren voneinander abweichen. Das sei auch örtlich bedingt. „Grundsätzlich fliegen die Abendpfauenaugen ab der Dämmerung in den Abend- und Nachtstunden“, erklärt Heinrich.

Abendpfauenauge fliegt von Mai bis Juli

Als Falter seien die Tiere von Mitte Mai bis Juli unterwegs, die Raupen finde man von Juli bis September. Dies passt ebenfalls mit den Recherchen von Reinhold Hintze zusammen. Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Werne, kam er schon früh mit verschiedenen Tieren und Insekten in Kontakt.

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Dass es diese Verbindung zwischen Mensch und Natur gegenwärtig immer seltener gibt, bedauere er. „Wie viele Eltern können ihren Kindern noch die Natur erklären“?“, fragt sich Hinze. Darum findet er es wichtig, dass Kinder in Waldschulen das Wichtigste über die Pflanzen-, Tier- und Insektenwelt vor der Haustür lernen und so ebenfalls für deren Schutz sensibilisiert werden. „In den letzten 30 Jahren ist der Bestand der Fluginsekten in Deutschland um etwa 70 Prozent gesunken“, erklärt Jochen Heinrich.

Ehrenamtlich engagieren kann sich Reinhold Hintze zwar nicht mehr, dennoch gibt der Pensionär sein Wissen gerne an seine Kinder und Enkel weiter. „Wenn ich früher Tiere und Insekten in unserem Garten gefunden habe, habe ich sie meinen Kindern gezeigt und alles erklärt“, erinnert er sich. Die Frage „Papa, was ist das?“ habe er ebenfalls oft gehört. Und in den meisten Fällen konnte er sie beantworten. So wie die Frage seiner Tochter nach dem Abendpfauenauge.

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