Neubau der Lüner Kita "Kleiner Kreisel" ungewiss

Nicht genug Hochwasserschutz

Der von der Stadt beschlossene Neubau der Kindertagesstätte „Kleiner Kreisel“ an der Rudolph-Nagell-Straße steht auf der Kippe. Das Problem: der Hochwasserschutz. Der Stadt bleibt nicht viel Zeit zum Reagieren - die Projekt müsste bis 2020 abgeschlossen sein, um das Fördergeld einstreichen zu können.

NORDLÜNEN/ALSTEDDE

, 27.10.2016, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neubau der Lüner Kita "Kleiner Kreisel" ungewiss

Die Kita Kleiner-Kreisel an der Schulstraße 10.

„Die Verwaltung prüft zurzeit, ob die Kita am Standort Rudolph-Nagell-Straße (...) gebaut werden kann“, teilte die Stadt am Donnerstag auf Anfrage mit. Informationen unserer Zeitung, wonach der Neubau an der Rudolph-Nagell-Straße wegen der dort gegebenen Hochwassergefahr längst vom Tisch ist, bestätigte die Stadt nicht. Vielmehr ließ sie unsere Redaktion wissen, dass geprüft werde, „welche Hochwasserschutz-Maßnahmen an diesem Standort notwendig sind und ob diese in dem zeitlichen Rahmen, in dem die Kita gebaut werden soll, gewährleistet werden können“. 

Vier Gruppen mit 80 Plätzen

Zur Erinnerung: Erst im Juli hatten der Betriebsausschuss Zentrale Gebäudebewirtschaftung (ZGL) und der Jugendhilfeausschuss in einer gemeinsamen Sitzung für den Kita-Neubau gestimmt. Daran änderten auch Bedenken der Grünen wegen der Hochwassergefahr nichts. Bekanntlich soll die Kita auf einer städtischen Grünfläche an der Rudolph-Nagell-Straße neu gebaut werden und so auf vier Gruppen mit 80 Plätzen erweitert werden. Bisher bietet die Kita nur 37 Kindern Platz. Problem dabei: Auf dem vorgesehenen Gelände fließt der Krempelbach.

Und dieser Bach ist nach Angaben von Claus Externbrink, Vorstand des Stadtbetriebs Abwasserbeseitigung Lünen (SAL), nicht in der Lage, Starkregenfälle aufzunehmen. Soll heißen, das Gelände würde im Fall der Fälle überflutet. „Wir haben immer davor gewarnt, an dieser Stelle die Kita zu bauen“, sagte Externbrink am Donnerstag im Gespräch mit der Zeitung: „Ich bin froh, dass über die Sache noch einmal nachgedacht wird.“

Ein Weg müsste um 20 Zentimeter angehoben werden

Das war nicht unbedingt zu erwarten. Denn ZGL-Chef Marc Stovereck hatte in der Juli-Sitzung noch erklärt, dass Hochwasserschäden nicht zu befürchten seien. ZGL-Abteilungsleiter Wilfried Heß hatte erklärt, dass lediglich ein Weg um etwa 20 Zentimeter angehoben werden müsse. Uwe Quitter, Vertreter des langzeiterkrankten Baudezernenten Matthias Buckesfeld, betonte damals, dass es gegen eine Bebauung an diesem Platz „keine fachlichen Bedenken“ gebe.

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Für die nunmehr anberaumte Tauglichkeits-Prüfung des Geländes bleibt der Stadt wohl nicht viel Zeit – weil: „Der Kita-Neubau wird bekanntlich mit Mitteln des Kommunalinvestitions-Förderungsgesetzes finanziert. Maßnahmen aus diesen Mitteln müssen bis spätestens zum Jahr 2020 abgeschlossen sein. Zu prüfen ist also, ob mögliche Hochwasserschutzmaßnahmen für das Areal und danach Ausschreibung, Vergabe und Bau des Kita-Neubaus in dieser Zeitspanne abgeschlossen werden könnten. Denn nur so ist sichergestellt, dass die benötigten Fördermittel erhalten bleiben.“

Ziel der Verwaltung, so die Stadt weiter, „ist und bleibt es, den bestehenden Bedarf an Kita-Plätzen zu decken. Daher werden Alternativen abgewogen und mögliche andere Standorte durch die Verwaltung überprüft.“

Das soll mit dem bisherigen Standort passieren
Laut Ratsbeschluss soll die Kita „Kleiner-Kreisel“ am bisherigen Standort zu einer Dauerunterkunft für Flüchtlinge werden. Ob es angesichts der neuen Entwicklungen dabei bleibt – diese Frage hat die Stadt am Donnerstag nicht beantwortet.

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