Neue Anlage sortiert gemischte Kunststoffe aus alten Kühlschränken

Remondis

Über Plastik wird viel diskutiert. Im Remondis-Lippewerk ist am Freitag (22.3.) eine neue Anlage eröffnet worden. Darin werden Kunststoffe vor allem aus Kühlschränken aufbereitet.

Lünen

, 23.03.2019, 10:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Neue Anlage sortiert gemischte Kunststoffe aus alten Kühlschränken

Martin Hemmer, Geschäftsführer von Re Plano, zeigt ein Glas mit dem Granulat. Das ist das Endprodukt nach Sortierung und Aufbereitung. Das Granulat wird in der Industrie weiter verarbeitet, beispielsweise zu Dämm-Material. © Magdalene Quiring-Lategahn

Das Isoliermaterial moderner Kühlgeräte hat es in sich. Es besteht aus gemischten Kunststoffen. Diese Wertstoffe, die die Remondis Elektrorecycling GmbH bisher weitergegeben hat, können jetzt im Lippewerk an der Brunnenstraße aufbereitet werden. Möglich macht das eine neue Feinsortierungs-Anlage, die die Re Plano GmbH in Betrieb nahm. Re Plano gehört zur Remondis-Gruppe.

Aufbereitung und Veredelung

Als Beitrag zu einem Weg in eine nachhaltige Zukunft versteht Gerhard Jokic, Geschäftsführer der Remondis Elektrorecycling GmbH, diese Anlage. Gemischter Kunststoff wird aus dem Nachbarbetrieb Elektrorecycling zerkleinert angeliefert und in einem zweistufigen Prozess je nach Dichte sortenrein getrennt. Das erfolgt im Wasserbecken und mit Nah-Infrarot. Der nächste Schritt ist die Aufbereitung und Veredelung.

Am Ende entsteht ein Granulat, das die kunststoffverarbeitende Industrie weiter nutzen kann, beispielsweise zur Herstellung von Dämmmaterial.

Information

Das sind die Kunststoffe

Getrennt und sortiert wird das beim Kühlschrank-Recycling anfallende Stoffgemisch in die Kunststoffe Polystyrol (PS), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) und Polyolefin (PO)

„Wir stärken mit der einhergehenden erhöhten Kompetenz im Bereich Kunststoffsortierung unsere Position am Markt und können zudem zusätzliche Absatzwege erschließen“, so Ralf Mandelatz, Geschäftsführer Remondis Recycling.

12 Millionen Euro investiert

10.000 Tonnen Kunststoff sollen pro Jahr in der Anlage sortiert werden. Im Februar 2018 ist mit dem Bau der Halle auf einer grünen Wiese auf dem Werksgelände begonnen worden. Seit Dezember läuft der Probebetrieb. 12 Millionen Euro hat das Unternehmen investiert. Die Anlage fährt im Drei-Schicht-Betrieb überwiegend vollautomatisch. Zwei Mitarbeiter pro Schicht sind dort tätig.

Neue Anlage sortiert gemischte Kunststoffe aus alten Kühlschränken

Ein Blick in die neue Feinsortieranlage. © Magdalene Quiring-Lategahn

Norbert Rethmann, Ehrenaufsichtsratsvorsitzender, wies in seiner Rede darauf hin, dass heute Kunststoff-Recycling in aller Munde sei. Als er das vor 46 Jahren propagierte, sei er noch belächelt worden. Die Eröffnung der neuen Anlage bestätige, dass der Weg zum Recycling der richtige war.

„Recycling bedeutet Klima- und Ressourcenschutz“

Als „weiteren Meilenstein“ bezeichnete Gerhard Jokic die Anlage. Inzwischen habe ein Umdenken stattgefunden. Millionen Jugendliche gingen auf die Straße, damit für den Klimaschutz etwas getan werde. Recycling bedeute Klima- und Ressourcenschutz.

Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Gefährliche Raffinerie-Rückstände
Ex-Mitarbeiter der Steag: Petrolkoks war „nie ein großes Thema“ - keine Gefahr für Lünen?
Ruhr Nachrichten Verwaltungsgericht Gelsenkirchen
Trianel-Kraftwerk in Lünen: Prozesstag endet ohne Urteil - Abwasser-Entscheidung vertagt