Mit schwerem Gerät ist die Brücke an die richtige Stelle im Kanal gesetzt worden. © Günther Goldstein
Datteln-Hamm-Kanal

Neue Brücke auf dem Kanal: Große Aktion an Gahmener Straße

Mit gewaltigen Maschinen ist am Donnerstag (1. Juli) die neue Kanalbrücke an der Gahmener Straße eingeschwommen worden. Eine Aktion, die vom frühen Morgen bis zum späten Abend dauerte.

Der Unterschied ist gewaltig. Auf der einen Seite die rostbraune Brücke, über die im Moment nur einseitig Verkehr fließt. Auf der anderen Seite das viel größere, gewaltige Exemplar – der Neubau der Kanalbrücke, der in den vergangenen Monaten zusammengebaut wurde. Seit Donnerstag (1. Juli) ist der Neubau an der für ihn vorgesehene Stelle auf dem Datteln-Hamm-Kanal. Die Brücke wurde mit schwerem Gerät „eingeschwommen“, so nennt man das korrekt im Fachjargon, wie Ralf Bruns vom zuständigen Wasserstraßen-Neubauamt am Rande der Baustelle erklärt. Ein kleines bisschen aufgeregt, so gibt er zu, ist er an diesem Tag schon. „Das gehört dazu“, sagt er.

Im Hintergrund sind die lauten Geräusche der gewaltigen Geräte zu hören. Das Prozedere dabei: Der nördlich des Kanals vormontierte Stahlüberbau wurde zunächst angehoben und dann mit sogenannten Modulfahrzeugen zum Kanalufer gefahren. Von dort wurde dann eines der Fahrzeuge mit einem Schwimmponton zur anderen Kanalseite übergesetzt. Anschließend transportierten die Modulfahrzeuge die rund 500 Tonnen schwere Konstruktion längs des Kanals zu den vorbereiteten Brückenwiderlagern, wo sie letztlich abgesetzt wurde.

Zentimeter für Zentimeter geht es voran

Das Verfahren ist nicht in ein paar Stunden vorüber – sondern hat am Donnerstag den ganzen Tag gedauert. Ab 5 Uhr war der Kanal für die Schifffahrt gesperrt. Nach der Einrichtung der Baustelle ging es dann los. Zentimeter für Zentimeter – so schien es zumindest für die Zuschauer. Bis in die Nacht, so schätzte es Ralf Bruns am Vormittag, würde die Aktion dauern. Bis 23 Uhr war der Kanal auch für die Schifffahrt gesperrt.

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Die neue Kanalbrücke an der Gahmener Straße

Für den ganz normalen Straßenverkehr gab es keine Einschränkungen. Auf der alten Brücke hatte man sogar die beste Sicht auf die Geschehnisse am Kanal direkt nebenan. „Wir hoffen, dass die Autofahrer dadurch nicht zu sehr abgelenkt sind“, sagte Ralf Bruns lächelnd. Einige Zuschauer hatten sich auch auf dem Fußweg versammelt, um das Geschehen zu beobachten. Bei größtenteils bewölktem Himmel und Nieselregen. „Zwar keine Sonne“, so Ralf Bruns. Aber immerhin auch kein extremes Wetter, dass die Einschwimmung irgendwie hätte in Gefahr bringen können.

Fertigstellung für 2022 geplant

Am Abend war der Stahlüberbau dann an der richtigen Stelle. In Betrieb ist er aber noch nicht. „Natürlich nicht“, wie Ralf Bruns sagt. Die Fahrbahn muss noch betoniert werden, es fehlt noch ein Geländer und vor allem muss ja noch der Straßenbau erfolgen – damit der Verkehr auf der Gahmener Straße dann auch über die neue statt wie jetzt noch über die alte Brücke laufen kann. Ende dieses Jahres soll das passieren – bis 2022 soll dann alles fertig sein. Die Arbeiten für die neue Brücke hatten im vergangenen Jahr im Sommer begonnen.

Die alte Brücke ist stark sanierungsbedürftig. Und zu klein für die Planung. Denn: Der Datteln-Hamm-Kanal soll um 20 Meter auf insgesamt 62 Meter erweitert werden. Die alte Brücke ist für diese Breite zu kurz. Die neue hat die entsprechende Länge. 81 Meter ist die Spannweite der Brücke, der Bogen ist 14,60 Meter groß. Sie liegt außerdem höher im Kanal – sodass in Zukunft größere Schiffe darunter herfahren können. Insgesamt hat der Neubau rund 9,5 Millionen Euro gekostet.

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Marie Rademacher