Neue Diskussion um die Situation des Lükaz

Nach Absetzung

"Es geht darum, jemanden abzusägen, der sich nicht den Mund verbieten lässt." Angelika Madsack redet Klartext. Sie ist die Frau von Martin Raudszus , der seit der vergangenen Woche nicht mehr der Leiter des Lüner Kultur- und Aktionszentrum Lükaz ist. Sie meint, dass die Verwaltung eine Neuausrichtung des Lükaz planen würde.

LÜNEN

, 04.11.2016, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Diskussion um die Situation des Lükaz

Um die künftige Ausrichtung des Lüner Kultur- und Aktionszentrums (Lükaz) gibt es momentan Unklarheiten.

Die Stadt begründete den Schritt seinerzeit mit "ausschließlich dienstrechtlichen Belangen" und wollte sich nicht weiter äußern. Madsack hält die "mehrfach von der Stadtverwaltung beteuerte Behauptung, die Abberufung habe nichts mit der inhaltlichen Ausrichtung des Lükaz zu tun, für doppelzüngig." Es gehe nur darum, dem Unmut der Lüner Bevölkerung zu entgehen und dem Leiter des Lükaz den alleinigen Schwarzen Peter zuzuschieben.

In der vergangenen Woche hatte Raudszus selbst erklärt, Anlass für seine Absetzung sei die Tatsache gewesen, dass er Informationen über aktuelle Besucherzahlen an Parteien weiter gereicht hätte. "Das hätte er", meint auch Angelika Madsack ,"formal nicht tun dürfen." "Er hat einen Maulkorb bekommen", sagt sie. 

"Illoyalität" gegenüber der Verwaltung

Und so laute der Vorwurf nun "Illoyalität gegenüber der Stadtverwaltung". Auch wenn der Inhalt der Mail ausgesprochen positive Besucherzahlen seien, so Madsack. Oder gerade deshalb, vermutet sie: Man habe verhindern wollen, dass alle erfahren, wie gut das Lükaz laufe. Denn dann, sei es schwieriger, eine neue Ausrichtung des Hauses durchzusetzen. "Wenn alle gewusst hätten, wie gut es läuft, dann hätte man Probleme gehabt, das Konzept zu verändern", vermutet sie. 

Sie geht davon aus, dass eine Neuausrichtung des Lükaz geplant war. Fachdezernent Ludger Trepper hat das allerdings bisher bestritten. Madsack hingegen meint: "Schon vor längerer Zeit wurden die (Lükaz-) Mitarbeiter von der Verwaltung aufgefordert, das Lüner Kultur- und Aktionszentrum zum Kinder- und Jugendzentrum zu reaktivieren." Und: "Es wurden von Seiten der Verwaltung Fristen für eine Änderung des Veranstaltungskonzepts gesetzt." 

Dagegen habe sich das Lükaz-Team gewehrt, vor allem Martin Raudszus. Als sich die Diskussion zugespitzt habe, hätte er sich an die Politik gewandt - was ihm nun vorgeworfen werde.  Die Stadt hat auf bisherige Anfragen noch keine Stellung dazu genommen, ob es eine Forderung gab, das Lükaz als Kinder- und Jugendzentrum zu reaktivieren und ob dafür Fristen gesetzt worden seien. 

Raudszus momentan krankgeschrieben

Erster Beigeordneter Horst Müller-Baß hat angekündigt, sich am Montag zu äußern. Martin Raudszus ist derzeit wegen einer chronischen Erkrankung krank geschrieben. Nach seiner Ablösung soll er nach Auskunft Madsacks im Bereich Soziale Dienste in der Stadtverwaltung arbeiten.

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