Neue Gerätehäuser für Lünen werden deutlich teurer - das sind die Gründe

rnFreiwillige Feuerwehr

Vier neue Feuerwehrgerätehäuser sollen in den kommenden Jahren bis 2024 in den Stadtteilen entstehen. Schon jetzt steht fest: Die Gebäude werden teilweise deutlich teurer als geplant.

Lünen

, 18.09.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier neue Gerätehäuser sollen in den Stadtteilen Niederaden (Fertigstellung 2021), Horstmar (2022), Alstedde (2023) und Beckinghausen (2024) entstehen. Kostenpunkt gemäß politischem Beschluss vom 14. Februar 2019: Sieben Millionen Euro. Die Verwaltung selbst war in ihrer Kostenrechnung auf einen ähnlichen Wert (6,75 Millionen Euro) gekommen.

Der Beschluss fußt auf einem Antrag der SPD, den der Rat schließlich einstimmig annahm. Die Verwaltung hatte damals erhebliche Zweifel geäußert: „Vier Häuser in vier Jahren ist eine Illusion, das ist respektlos der Feuerwehr das vorzugaukeln und ihr so Sand in die Augen zu streuen“, so Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns damals.

Zweimal 2 Millionen Euro mehr

Die Politik hielt trotzdem an dem Beschluss und den damit verbundenen Zielen fest. Ein halbes Jahr später ist klar: Die sieben Millionen Euro werden nicht reichen. Bei weitem nicht. Schon für die Sitzung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung am 12. September hatte die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) ihren Zwischenbericht vorgelegt, in dem sie von höheren Kosten ausgeht.

So werden die Häuser in Horstmar und Alstedde nicht jeweils 2 Millionen Euro, sondern rund 3,1 beziehungsweise rund 3,2 Milionen Euro kosten. In Niederaden rechnet ZGL mit 370.000 Euro (dann insgesamt rund 1,9 Millionen Euro), in Beckinghausen mit 270.000 Euro (dann rund 1,8 Millionen Euro) zusätzlichen Kosten.

Neue Rettungswagen an zwei Standorten

Wobei die neuen Zahlen nicht allein auf gesteigerte Baukosten zurückzuführen sind, wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Nachfrage erklärt: „Für die Feuerwehrgerätehäuser in Horstmar und Alstedde wurde nun mit einem Standort für einen Rettungswagen kalkuliert.“ Allein das mache in Horstmar 840.000, und Alstedde 880.000 Euro zusätzlich aus.

Die fehlenden 250.000 beziehungsweise 360.000 Euro ergeben sich laut Spangardt aus einer Steigerungsrate von sechs Prozent, mit der die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) gerechnet hat: „Dabei muss beachtet werden, dass die Gerätehäuser laut Beschluss nicht gleichzeitig, sondern gestaffelt über mehrere Jahre gebaut werden, weswegen die Steigerungen für die einzelnen Gerätehäuser unterschiedlich ausfallen.“

„Setzen die Beschlusslage um“

Die neuen Baukosten seien kein Anlass für einen neuen Ratsbeschluss, zumal diese Steigerung keine unerwartete Belastung sei: „Falls der Rat den Bau der Rettungswachen beschließen sollte und die damit einhergehenden Mehrkosten entstehen, geht die Stadtverwaltung derzeit davon aus, diese über die Rettungsdienstgebühren refinanzieren zu können“, erklärt Benedikt Spangardt.

Die beiden neuen Rettungswachen müssen hingegen noch einmal separat vom Rat beschlossen werden. Grundsätzlich rechnet die Verwaltung damit, dass sämtliche Dinge so umgesetzt werden: „Die Politik ist der Auffassung, dass vier neue Gerätehäuser erforderlich sind. Die Verwaltung setzt die entsprechende Beschlusslage um.“

„Änderungen der Struktur halten wir für nicht zielführend“

Schon in ihrem Antrag hatte die SPD damals formuliert, dass der Bestand der sieben Lüner Löschzüge und der dazugehörigen Standorte anzuerkennen sei: „Änderungen dieser Struktur halten wir bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen und insbesondere weiterhin positiver Mitgliederentwicklung für nicht zielführend.“

Die „betroffenen“ Löschzüge kommen derzeit auf zusammen 127 Mitglieder (Beckinghausen 21, Horstmar 32, Niederaden 23, Nordlünen/Alstedde 51), in der gesamten freiwilligen Feuerwehr Lünen sind 266 Mitglieder aktiv. Die Jugendfeuerwehr umfasst nach städtischen Angaben 39 Mitglieder, wobei die einzelnen Löschzüge keine eigenen Jugendabteilungen ausweisen.

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