Neue Klimaschutzmanagerin erstellt Konzept für Lünen

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Seit März beschäftigt die Stadt eine Klimaschutzmanagerin. Bereits im kommenden Jahr soll sie ein Konzept vorstellen, wie die Stadt den Klimaschutz angehen kann.

Lünen

, 16.08.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie will die Stadt Lünen in Zukunft Klimaschutz betreiben? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Stadtverwaltung spätestens seit dem Ausruf des Klimanotstandes im Juli 2019. Die neue Klimaschutzmanagerin will eine Antwort finden.

Lüner wollen den Klimaschutz voranbringen

Sandra Osowski ist seit dem 1. März Lünens erste Klimaschutzmanagerin. „Ich bin quasi genau mit Corona angekommen“, stellt die Diplom-Ingenieurin fest.

Osowski studierte Raumplanung an der TU Dortmund und spezialisierte sich auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Seit 2015 ist sie als Klimaschutzmanagerin tätig, war im Schwarzwald und im Kreis Steinfurt bereits für Klimaschutz-Konzepte zuständig. Nun folgt Lünen: „Die Arbeit macht mir Spaß. Die Lüner scheinen ambitioniert zu sein, den Klimaschutz voranzubringen.“

Die Einstellung eines Klimaschutzmanagers beschloss der Rat der Stadt in seiner Sitzung im Dezember. Bis 2022 wird diese Stelle von der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

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200.000 Euro für zwei Jahre

Die Kosten von knapp 198.900 Euro für zwei Jahre werden zu 90 Prozent vom Umweltministerium übernommen. Die restlichen zehn Prozent werden von der Stadt selbst getragen.

Innerhalb der geförderten zwei Jahre soll Sandra Osowski ein Klimaschutz-Konzept für die Stadt erstellen, das später mit der Politik abgestimmt und umgesetzt wird.

Die Zeitplanung sieht sogar vor, dass dem Rat bereits im Sommer 2021 ein Konzept zum Beschluss vorliegt. Bis dahin ist auch die Beteiligung der Bürger geplant. Wie genau, ist wegen Corona noch unklar.

„Im Moment gehe ich in die Gespräche und die Konzeptionierungsphase. Da möchte ich die Bestandsaufnahme abwarten, bevor wir sagen können, in welche Richtung es geht“, sagt Osowski zum Stand der Bearbeitung.

Lünen ist spät dran

„Was das Klimaschutzkonzept angeht, sind wir in Lünen relativ spät dran, da haben einige Städte deutlich früher mit begonnen“, gibt Arnold Reeker zu. „Gleichwohl sind hier andere Sachen für den Klimaschutz gelaufen – auch ohne Klimaschutzkonzept“, so der Technische Beigeordnete.

Fest steht: Ohne die Unterstützung der Bürgerschaft geht Klimaschutz nicht: „Das können wir nur gemeinsam machen“, ist Sandra Osowski überzeugt. In „Klima-Cafés“ wurden die Ideen der Bürger gesammelt, beim Format „Klima-Café@school“ wurden gezielt auch die jungen Lüner beteiligt.

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Der Leiter der Abteilung Stadtplanung, Thomas Berger, sieht zudem die Stadtverwaltung in besonderer Verantwortung: „Wir dürfen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger kommen, sondern müssen es vormachen. Deswegen ist es wichtig, dass wir als Verwaltung nicht nur reinschreiben, was andere machen müssen, sondern in erster Linie, was die Verwaltung machen will.“

Das Thema Klimaschutz war auch vor Beauftragung des Konzeptes bereits auf der Agenda der Stadtverwaltung: Von 2018 bis 2019 wurden durch das Projekt „Einstiegsberatung kommunaler Klimaschutz“ erste mögliche Maßnahmen für den Klimaschutz erarbeitet und im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt präsentiert.

Auch nach 2022 soll es weiter gehen

Bis Februar 2022 wird die Stelle der Klimaschutzmanagerin noch vom Umweltministerium gefördert. „Im Moment geht es um die zwei Jahre, aber wir wissen natürlich alle, dass Klimaschutz keine Aufgabe von zwei Jahren ist. Mit dem Thema werden wir uns dauerhaft beschäftigen müssen“, weiß Arnold Reeker.

„Ich gehe stark davon aus, dass wir auch nach zwei Jahren noch eine Klimaschutzmanagerin haben werden.“ Dann allerdings muss die Stadt dafür tiefer in die Tasche greifen. Bei einem Anschlussvorhaben hätte die Stadt einen Eigenanteil von 45 Prozent der Projektsumme zu leisten.

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