Neue Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst

Fragen und Antworten

Die bundeseinheitliche Telefonnumer 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst ist am Montagabend freigeschaltet worden. Wir klären die wichtigsten Fragen und Antworten.

LÜNEN

von Von Magdalene Quiring-Lategahn

, 17.04.2012, 15:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen ist weiterhin der Rettungsdienst zuständig. Er ist rund um die Uhr unter der bekannten Rufnummer 112 zu erreichen.

Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen ist weiterhin der Rettungsdienst zuständig. Er ist rund um die Uhr unter der bekannten Rufnummer 112 zu erreichen.

Warum gibt es eine neue Telefonnummer für den ärztlichen Notfalldienst? Die Einführung geht auf eine Initiative der Ärzteschaft zurück. Die Telefonnummer 116 117 ist europaweit für den ärztlichen Bereitschaftsdienst reserviert und nunmehr in Deutschland eingeführt. Ein Patient, der außerhalb der Sprechzeiten dringend medizinische Hilfe benötigt, sich aber nicht in Lebensgefahr befindet, wählt künftig die 116 117 – ganz egal ob er sich in Dortmund, Potsdam oder München befindet.

Welchen Vorteil hat der Patient? Ein Suchen nach der richtigen Nummer bleibt ihm erspart. Der Anruf wird an den jeweils zuständigen ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung weitergeleitet. Wichtig ist: An den Strukturen des ärztlichen Bereitschaftsdienst in Westfalen-Lippe ändert sich nichts. Die Patienten erhalten lediglich eine zusätzliche Option, mit der sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen können.

Gilt auch noch die 0180 / 50 44 100? Ja, die Nummer bleibt vorerst weiterhin bestehen, damit kein Anruf verloren gehen kann. In der Übergangszeit werden in NRW also zwei Nummern parallel angeboten, die beide zur Arztrufzentrale in Duisburg gelangen. Alle Anrufer erhalten hier die entsprechenden Auskünfte über die nächstgelegene Notfalldienstpraxis oder können einen Hausbesuch vereinbaren, egal welche Nummer sie ursprünglich gewählt haben.

Was ändert sich für den Patienten? Für den Anrufer ändert sich nichts – bis auf die Nummer. Sollte sich zeigen, dass die 116 117 problemlos von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird, kann die 0180-Nummer perspektivisch abgeschaltet werden.

Was unterscheidet die Nummern? Bei Anrufen aus NRW führen letztlich beide Nummern zur Arztrufzentrale in Duisburg. Einziger Unterschied ist, dass die 116 117 kostenlos ist und bundesweit gilt. Die bisherige 0180-Nummer ist kostenpflichtig (14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk maximal 42 Cent/Minute). Sie gilt nur für NRW.

In welcher Situation soll der ärztliche Notfalldienst gerufen werden? Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist für Patienten gedacht, die außerhalb der Sprechstundenzeiten dringend medizinische Hilfe benötigen und sich nicht in einer lebensbedrohlichen Situation befinden. Über die 116 117 erfahren sie, wo die nächstgelegene Notfallpraxis ist oder können einen Hausbesuch vereinbaren. Ist dem Patienten die Notfallpraxis bereits bekannt, kann er diese direkt aufsuchen; es muss nicht vorher ein Termin über die 116 117 oder die (0180) 50 44 100 vereinbart werden.

Wann sollte besser die 112 gewählt werden? Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie starken Herzbeschwerden, akuten Blutungen oder schweren Unfällen. Dann ist weiterhin der Rettungsdienst zuständig, den man rund um die Uhr unter der Rufnummer 112 erreicht. 

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