Neue "Sparkasse an der Lippe" ist perfekt

Rat beschließt Fusion

Der Zusammenschluss der Sparkassen Lünen-Selm und Werne ist perfekt. Als letztes Gremium gab Donnerstagabend der Lüner Rat grünes Licht für die Fusion. Nach einer kontroversen Diskussion und vehementer Kritik wurde geheim abgestimmt - zum Schluss jedoch Applaus.

LÜNEN/WERNE/SELM

, 30.10.2015, 07:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue "Sparkasse an der Lippe" ist perfekt

Die Baustelle Sparkasse: Die Institute aus Lünen-Selm und Werne fusionieren zur „Sparkasse an der Lippe“. Nachdem der Rat in Lünen zugestimmt hat, kann die neue Sparkasse im Januar 2016 an den Start gehen.

32 Lüner Ratsmitglieder waren für die Fusion, 15 stimmten dagegen, zwei enthielten sich. Eine Stimme war ungültig. Als Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns dieses Ergebnis kurz vor 22.30 Uhr bekannt gab, klatschten Politiker aus den Reihen von SPD und CDU Beifall. Sprecher beider Fraktionen ließen keinen Zweifel daran, dass aus ihrer Sicht ein Zusammenschluss der Geldhäuser die richtige Entscheidung darstellt, um die künftigen Herausforderungen an den Finanzmärkten zu meistern.

Bilanzsumme von 2 Milliarden Euro

Nachdem schon die Räte aus Werne und Selm zugestimmt hatten, kann nunmehr zum 1. Januar 2016 die “Sparkasse an der Lippe”, so der neue Name, ihre Arbeit aufnehmen. Es entsteht ein Institut mit einer Bilanzsumme von knapp zwei Milliarden Euro und über 400 Mitarbeitern. Betriebsbedingte Kündigungen sind in den ausgehandelten Verträgen ausgeschlossen. Sitz der neuen Sparkasse wird Lünen sein, ihr Chef kommt aus Werne: Thomas Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Werne, wird künftig auch an der Spitze der “Sparkasse an der Lippe” stehen.

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Vor der Abstimmung im Lüner Rat gab es, wie schon zuvor im Haupt- und Finanzausschuss, kontroverse Diskussionen. Sprecher der Fraktionen GFL und Grüne hielten es zwar nicht für ausgeschlossen, dass eine Fusion Sinn machen könnte. Sie kritisierten jedoch vehement, dass den Ratsmitgliedern gar nicht die Informationen vorlägen, um das letztlich beurteilen zu können. Die GFL legte eine Liste mit 18 Fragen vor, erhielt jedoch darauf so gut wie keine Antworten. Heiko Rautert, der in der Ratssitzung anwesende stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Lünen, berief sich dabei auf seine “Amtsverschwiegenheit” nach dem Sparkassengesetz.

Seriös ausverhandelt

SPD und CDU machten hingegen deutlich, dass sie die Fusion für seriös ausverhandelt halten und mit dem Ergebnis zufrieden seien. Für die FDP erklärte deren Fraktionsvorsitzender Dr. Roland Giller, man könne darauf vertrauen, dass die Verhandlungskommission mit Vertretern der beiden Sparkassen und der drei beteiligten Städte “sauber gearbeitet hat.” Der GFL-Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. Johannes Hofnagel betonte hingegen, dass er dieses Vertrauen nicht habe. “Damit die Fraktionsdisziplin etwas rausgenommen wird”, so Hofnagel, beantragte die GFL geheime Abstimmung. Zunächst über ihren eigenen Antrag, die Entscheidung über die Fusion zu vertagen, da die Fragen der GFL nicht oder nicht hinreichend beantwortet worden seien. Erst lehnte der Rat den GFL-Antrag ab, dann stimmte er der Fusion zu.

Zukunft von Sparkassen-Chef Fischer ungewiss

Fragen bleiben offen. Zum Beispiel die nach der Zukunft von Lünens Sparkassen-Chef Ulrich Fischer. Er hat keinen Platz mehr im Vorstand der neuen “Sparkasse an der Lippe”. Bislang hat sich Fischer weder zu dieser Personalentscheidung öffentlich erklärt noch zu seinen beruflichen Plänen ab 2016.

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