Neue Vorschriften erschweren Hochzeitsfeierlichkeiten

rnCorona-Pandemie

Eine Hochzeit in der Region entpuppte sich als Spreader-Event für das Corona-Virus. Das Land will daher neue Vorschriften erlassen, auf die die Stadt Lünen wartet. Gastronome sind entsetzt.

Lünen

, 27.09.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

77 Eheschließungen waren in Lünen für September und Oktober geplant - ob es genauso viele Hochzeitsfeiern geben wird, steht aktuell mehr denn je in den Sternen. Denn unabhängig davon, ob jedes Paar seinen großen Tag auch wirklich feiert, steht denjenigen, die ein Fest geplant hatten, neuer Aufwand bevor. Das Land plant neue Vorschriften, nach denen größere Feiern genehmigt werden müssten.

Stadt wartet auf Vorgaben vom Land

Bei der Stadt Lünen sieht man das relativ gelassen und wartet auf das, was wirklich kommen wird. Denn in den Corona-Zeiten ist soviel im Fluss, dass man sich dort über ungelegte Eier nicht auch noch einen Kopf machen will. Hochzeiten, so erklärte Stadtsprecher Dr. Benedikt Spangardt, wären zwar am Dienstag Thema bei der nächsten Krisenstabsitzung, „aber wir warten auf die genauen Anweisungen, die es vom Land geben wird.“ Denn wie die Meldung erfolgen soll, ob es formale Kriterien geben wird oder die Anzeige der Feierlichkeit formlos erfolgen kann, all das steht im Moment noch nicht fest. „Wir warten daher darauf, dass das Land offiziell etwas sagt.“

Größere Hochzeiten und andere Feste kann man in Lünen unter anderem im Eventhaus Bäcker feiern, doch Betreiber Stephan Störmer lässt aufgrund von Corona aktuell keine Feiern mit mehr als 100 Personen zu. Ein Problem ist das für ihn nicht: „Die meisten Hochzeiten, die bei uns gefeiert werden, haben zwischen 50 und 70 Gäste“, erklärt Störmer, dass ihm die Deckelung der Gästeschar daher nicht zusätzlich zu schaffen machen würde.

Feier-Locations leiden enorm

Doch es sei generell „sehr, sehr schwer“ im Moment. „Es gibt Stornierungen und Verschiebungen. Die Leute sind extrem verunsichert, und das erschwert unser Leben natürlich“, sagt Störmer. „Wäre der Vermieter nicht so nett, hätten wir das Projekt längst still legen müssen.“

In Störmers Brust schlagen daher zwei Herzen: Auf der einen Seite kann er verstehen, dass es Auflagen gibt, die eingehalten werden müssen. „Auf der anderen Seite geht es aber auch um unsere Existenz.“ Ein wenig Verständnis hat er deshalb für den Kollegen, der die Groß-Hochzeit mit Folgen ausrichtete. „Viele haben Ausgaben von 20.000 Euro monatlich“, weiß Störmer. Das Geld müsse auch irgendwo herkommen. „So mancher Kollege muss das Risiko eingehen. Aber das Blauäugige dahinter, das ist ist schlimm. Nicht die Namen der Gäste zu haben ist einfach dumm“, sagt Störmer. „Das ist doch ein Minimum an Sicherheit, das man haben muss.“ Er selbst will alle Richtlinien einhalten. Alles müsse kontrollierbar bleiben. Doch eine Anmeldung der Veranstaltungen mache das schwieriger. „Aber die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Störmer mit Blick auf den nicht allzu fernen Punkt, an dem es auch bei ihm nicht mehr weitergehen wird.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt