Neuer Kanal könnte Gebühren in Lünen senken

Überlauf am Cappenberger See

Es ist ein Zusammenhang, der sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Doch tatsächlich treibt der Cappenberger See die Abwassergebühren, die alle Lüner zahlen, in die Höhe. Doch das könnte sich ändern. Mit einer Idee, die erst einmal teuer ist, aber auf lange Sicht Geld spart.

WETHMAR

, 24.08.2015, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schönes Naherholungsgebiet einerseits, aber auch ein Kostenfaktor in der Gebührenkalkulation: Würde das Überlaufwasser aus dem Cappenberger See in die Lippe statt ins Kanalnetz geleitet, könnten die Lüner langfristig Geld sparen.

Schönes Naherholungsgebiet einerseits, aber auch ein Kostenfaktor in der Gebührenkalkulation: Würde das Überlaufwasser aus dem Cappenberger See in die Lippe statt ins Kanalnetz geleitet, könnten die Lüner langfristig Geld sparen.

Was ist die Idee, die Geld sparen soll?

Beim Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen (SAL) gibt es Pläne, das sogenannte Überlauf-Wasser des Cappenberger Sees nicht mehr ins Kanalnetz, sondern in die Lippe zu leiten. Das würde eine Investition von etwa 700.000 Euro erfordern, könnte den Gebührenetat aber um rund 100.000 Euro im Jahr entlasten. Und das wiederum hätte Auswirkungen auf die Gebühren, die die Lüner zahlen.

Wie ist der derzeitige Stand?

SAL-Vorstand Claus Externbrink erläuterte im Verwaltungsrat Ursache und Wirkung: Zur Zeit fließt überschüssiges Wasser aus dem See direkt ins Kanalnetz. Der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen hat im ersten Halbjahr 2015 an 148 Tagen gemessen. Danach betrug die Menge, je nach Wetterverhältnissen, zwischen 0 und 882 Kubikmeter pro Tag. SAL hat daraus einen Tagesdurchschnitt von 46,4 Kubikmetern errechnet und einen Jahreswert von 16.900 Kubikmetern hochgerechnet.

Welchen Weg nimmt das Wasser aus dem See jetzt?

Das Frischwasser aus dem See vermischt sich im Kanal mit Schmutzwasser und nimmt seinen Weg zur Kläranlage des Lippeverbandes. Der Verband stellt SAL die Behandlung der Gesamtmenge in Rechnung, SAL wiederum legt die Kosten auf die Abwassergebühren um.

Im konkreten Fall entsprechen die 16.900 Kubikmeter aus dem Cappenberger See laut Externbrink einem Gebührenaufkommen von 100.000 Euro pro Jahr. Ziel von SAL sei es, möglichst viel sogenanntes Fremdwasser aus dem Kanalnetz herauszuhalten.

Kann das neue Projekt realisiert werden?

Damit das am Cappenberger See gelingen kann, müsste ein Grabensystem angelegt werden, das bis zum Kiliansbach führt, der in die Lippe mündet. Vom See bis etwa in Höhe der Bahnunterführung Wehrenboldstraße koste das etwa 335.000 Euro. Im zweiten, noch etwas längeren Abschnitt bis zum Kiliansbach könne zum Teil ein in Wethmar vorhandener Dorfgraben genutzt werden. Trotzdem müssten nochmals 370.000 Euro investiert werden.

Der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen, so Externbrink, wäre für den ersten Abschnitt zuständig und habe ihn auch für 2017 vorgesehen. Den zweiten Abschnitt müsse, weil es um ein in Teilen bereits existierendes Gewässer gehe, die Stadt zahlen. Ob sie das aufgrund ihrer Haushaltslage will und kann, steht dahin. Und damit bleibt zunächst auch offen, ob das Gesamtprojekt eine Realisierungschance hat. 

In etwa diesen Weg würde das Wasser nehmen

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