Neuer Rückschlag beim Ausbau der B54 in Lünen

Weiteres Gutachten gefordert

Seit Jahren hinkt der weitere Ausbau der B54 dem Zeitplan hinterher. Jetzt gibt es einen neuen Rückschlag. Die Behörde Straßen.NRW hat ein weiteres Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben. Das soll Aussagen über über Lärm- und Schadstoffauswirkungen beinhalten - bis 2030.

LÜNEN

, 20.03.2017, 16:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die B54 in Lünen - hier die Einmündung Dortmunder Straße / Brambauer Straße - soll zwischen der B236 und der Kupferstraße durchgängig vierspurig ausgebaut werden.

Die B54 in Lünen - hier die Einmündung Dortmunder Straße / Brambauer Straße - soll zwischen der B236 und der Kupferstraße durchgängig vierspurig ausgebaut werden.

Dass es ein neues Gutachten geben soll, das erklärte auf Anfrage Anne Höckber, Projektleiterin der Niederlassung Ruhr von Straßen.NRW. Sie begründete das mit den Ergebnissen der Verkehrszählung aus dem Jahr 2015, die mittlerweile vorlägen. Mit 33.000 Fahrzeugen pro Tag nach dem Ausbau hatte die Behörde bisher gerechnet.

An der Größenordnung habe sich nichts Grundlegendes geändert so Höckber, „aber wir sind verpflichtet, auch kleinere Änderungen zu berücksichtigen“. Deshalb sei das neue Gutachten nötig, das auch Aussagen über Lärm- und Schadstoffauswirkungen treffe, und zwar in einem Prognosehorizont bis 2030. Das bisherige Gutachten gab Prognosen bis 2025.

Die Bezirksregierung wartet auf die Lieferung neuer Daten

„Im dritten Quartal 2017“, sagte Höckber, wolle man der Bezirksregierung Arnsberg die neuen Daten liefern. In Arnsberg läuft das Planfeststellungsverfahren für den durchgehend vierspurigen Ausbau auf dem rund 2,7 Kilometer langen Abschnitt zwischen Knoten B236 und der Bahnbrücke hinter der Kupferstraße.

Ein Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung ist Voraussetzung dafür, dass Straßen.NRW Aufträge ausschreiben und vergeben kann. Vor einem Jahr hegte man in Arnsberg die Hoffnung, dass das vielleicht schon Ende 2016 klappen könnte. Das hat sich längst erledigt. „Wir warten auf angekündigte Planänderungen von Straßen NRW, darauf sind wir angewiesen“, erklärte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung.

Ende 2018 sei ein Planfeststellungsbeschluss realistisch

„Nicht vor Mitte bis Ende 2018“ hält Anne Höckber von Straßen.NRW einen Planfeststellungsbeschluss für realistisch. Als Vertreter von Straßen.NRW das Projekt 2015 vor Ort in Lünen vorstellten, hieß es, dass sich an die Planfeststellung noch ein Jahr Ausführungsplanung und zwei Jahre Bauzeit anschließen. Mitte bis Ende 2021 würde das bedeuten. Bisher galt 2020 als Hoffnungsjahr.

„Wenn es zur Verzögerung kommt, ist das natürlich nicht in unserem Sinn“ erklärte Fachdezernent Thomas Berger für die Stadt Lünen. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns werde das Thema bei einem ohnehin im April geplanten Gespräch mit der neuen Niederlassungsleiterin von Straßen NRW ansprechen.

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Die Stadt Lünen zeigt sich überrascht

Von dem neuen Verkehrsgutachten sei die Stadt überrascht, so Berger. Bisher wisse man nur, dass sich Straßen.NRW mit Einwendungen im Zusammenhang mit geplanten Ausgleichsmaßnahmen befasse. Hintergrund: Der Ausbau „frisst“ 4,8 Hektar Natur- und Ackerfläche, dafür ist Ausgleich an anderer Stelle auf insgesamt zehn Hektar geplant. Damit sind nicht alle Betroffenen einverstanden. „Wir möchten die Einwendungen gerne ausräumen, bevor es zu einem öffentlichen Erörterungstermin kommt“, sagte dazu Anne Höckber für Straßen.NRW. Wann dieser Termin stattfindet, ist noch offen.

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