Neuer Vorschlag für die Forensik in Lünen

Vorstoß einer Bürgergemeinschaft

Wohin kommt die neue Forensik in Lünen? Auf die Brachfläche der alten Zeche Victoria - das steht fest. Nur wohin genau? Eine Bürgergemeinschaft hat nun zu den Plänen des Landes NRW einen Gegen-Entwurf.

LÜNEN

, 06.05.2014, 12:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

auf einer größeren Karte anzeigen Die Bürgergemeinschaft "Pro Victoria" hat ihren Vorstoß, das Klinik-Gebäude Richtung Lippe zu verschieben, weiter konkretisiert. Hans Laarmann und Barbara Christ sehen gute Chancen, dass er realisiert werden könnte. Allerdings brauche es dafür die Initiative von Politik und Verwaltung. „Das ist man den Anwohnern schuldig“, unterstreicht Laarmann. 

Nach derzeitiger Planung soll die Klinik für psychisch kranke Straftäter auf jenem Teil der Brache entstehen, die der RAG Montan Immobilien gehört und der Wohnbebauung näher liegt. „Pro Victoria“ hingegen sieht die Fläche von RWE als das wesentlich geeignetere Gelände an, weil es deutlich weiter entfernt ist von den Häusern. „Wenn eine Forensik auf die RAG-Fläche kommt, ist das gesamte Gelände für eine weitere Entwicklung blockiert“, glaubt Laarmann.

Das Problem allerdings: Eigentümer RWE ist bislang nicht eingebunden, wie das Unternehmen kürzlich mitteilte, und im Erdboden des RWE-Teils ist die Schadstoffbelastung aus der Bergbauvergangenheit der Fläche wesentlich massiver. „Es sollte zuerst der RWE-Teil saniert werden, um dort die Forensik bauen zu können. Das ist zwar teurer, aber die beste Lösung im Sinne der Anwohner und der Stadt“, fordert Laarmann. Pläne zur Sanierung gab es bereits, doch sie wurden bislang nicht umgesetzt. Bei der Finanzierung sieht Laarmann auch das Land im Boot, „als Teil der Kompensation“. Kompensation dafür, so sieht es Laarmann, dass Lünen Standort einer Forensik wird.

Doch die Stadt sieht Hindernisse, betont Lünens Bürgermeisterreferent Frank Knoll. Bauherr sei das Land bzw. der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Das Land habe sich bewusst für die RAG-Fläche entschieden, nicht für die RWE-Fläche. „Ein Grund dafür ist sicherlich der Ende der 80er-Jahre geschlossene Optionsvertrag zwischen dem Land und der RAG, wonach das Land direkten Zugriff auf alle RAG-Flächen hat. Ein anderer Grund mag in der Tat die Bodenbeschaffenheit auf der RWE-Fläche sein“, so Knoll weiter. Schließlich sieht sich die Stadtspitze an die Beschlusslage des Rates gebunden, die auf die Option einer Klage gegen eine Forensik auf Victoria hinausläuft: „Zum jetzigen Zeitpunkt würde ein alternativer Standortvorschlag im selben B-Plangebiet die juristische Argumentation konterkarieren“, erklärt Knoll.

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