Neues Konzept für Persiluhrpassage wird teurer

Kultur- und Bildungseinrichtung

Der nächste Schritt in Richtung Kultur- und Bildungseinrichtung in der Persiluhrpassage ist gemacht – eine Mehrheit stimmte im Kulturausschuss am Dienstagabend dafür, dass die Stadt Fördergelder beim Land beantragt. Allerdings wird das Projekt wohl teurer als zunächst angenommen.

LÜNEN

, 24.11.2016, 05:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neues Konzept für Persiluhrpassage wird teurer

Die Mehrheit des Kulturausschusses hat sich dafür ausgesprochen, dass Lünen Fördergelder für eine Kultur- und Bildungseinrichtung in der Persiluhrpassage beantragt.

Bei 13 Ja-Stimmen und einer Enthaltung stimmten die Ratsvertreter von CDU und FDP dagegen. „Das Konzept hat sicher viele positive Aspekte, aber wir sehen als CDU-Fraktion noch eine Menge Unsicherheiten, es kommen viele Fragen auf“, so CDU-Fraktionsvorsitzende Annette Droege-Middel. Ihre Fraktion frage sich, „wo das Konzept für unser Museum“ sei und kritisierte, dass die bisherige Ausstellung „auseinandergerissen“ werde.

Der Abstimmung war eine etwa einstündige engagierte Diskussion vorausgegangen. Fazit: Wenn die von Dr. Ulrich Hermanns von der „Ausstellung Medien Transfer GmbH“ aus Münster vorgestellten Pläne umgesetzt werden, wird es teurer als zunächst angenommen. „Es gibt zwei mögliche Varianten“, erläuterte Hermanns.

Variante 1: Die Stadt mietet die Passage von der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG). Hier würden die Mieteinnahmen, die die WBG erzielt, die Fördergelder mindern. Bei dieser Variante, so Hermanns, müsse die Kommune etwa 1,6 Millionen Euro investieren, dazu kämen noch die Mietkosten für die nächsten 20 Jahre.

Variante 2: Die Stadt kauft die Passage als Teileigentum von der WBG, dieser Erwerb sei zu 80 Prozent förderbar. Kosten für die Stadt bei dieser Variante: etwa 1,35 Millionen Euro. Hermanns: „Außerdem sind die Betriebskosten niedriger als bei Variante 1, weil die Mietkosten wegfallen.“

Kritik an der Kostensteigerung

In der Vorlage für die Ausschuss-Sitzung war noch von einem Eigenanteil Lünens von 1.026.000 Euro die Rede gewesen. Auch das kritisierte die CDU. „Das Gesamtvolumen der Maßnahme hat sich jetzt um 600.000 Euro erhöht. Wir dürfen die mittelfristige Finanzplanung nicht außer acht lassen“, so CDU-Ratsherr Daniel Pöter.

Sein Fraktionskollege Günter Langkau kritisierte, dass im Konzept 26.000 Besucher pro Jahre prognostiziert werden: „In Leipzig hat das Stadtmuseum 22.000 Besucher, in Nürnberg 37.000. Beide Städte sind sehr viel größer als Lünen.“ Kritik kam auch von Dr. Franz Mehnert (FDP): „Das Ganze kommt wie der Wolf im Schafspelz daher. Es sollte ein Konzept fürs Museum entwickelt werden. Nun ist es aber an so vielen Förderrichtlinien angepasst, dass etwas anderes daraus geworden ist.“

"Sollten die Chance nutzen"

Der Antrag auf Fördergelder bedeute nicht auch gleichzeitig, dass das Projekt tatsächlich realisiert werden wird, so Hans-Peter Bludau und Wolfgang Manns (GFL). „Wir sollten die Chance nutzen, die Anträge zu stellen. Danach ist noch Zeit, die Fragen zu beantworten“, so Manns.

Erster Beigeordnter Horst Müller-Baß meinte, man komme durch die geplant Einrichtung „hin zum Präsentationsmuseum und weg vom Sammlungsmuseum“. Man könne kein „Museum auf der grünen Wiese konzipieren.“ Es habe seit zehn Jahren immer wieder Überlegungen und Planungen für die Zukunft des Museums gegeben, die alle nicht realisiert werden konnten. Müller-Baß: „Die WBG hat uns seit 2014 die Option Persiluhrpassage freigehalten, das ist irgendwann zu Ende.“

Uwe Walter (SPD) sagte: „Das Museum in Schwansbell ist schön, passt aber nicht mehr in die heutige Zeit. Wir können nicht jetzt erst ein Museumskonzept entwickeln und dann passt es nicht ins Gebäude.“ Er wies auch auf den barrierefreien Zugang zur Passage hin, „den wir in Schwansbell nicht haben.“

So geht es nun weiter:

Der Haupt- und Finanzausschuss wird das Thema am 8. Dezember beraten und ebenfalls ein Votum abgeben. Der Rat soll dann am 15. Dezember beschließen, ob die Stadt Förderanträge für die Schaffung einer kulturellen Bildungseinrichtung in der Persiluhr-Passage beantragen soll.

Die Anträge auf Fördermittel würden dann beim Land NRW, beim LWL-Westfälischen Museumsamt und der NRW-Stiftung Natur Heimat Kultur gestellt.

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