Nicht genügend Kapazitäten für Unterstützung der ehrenamtlichen Büchereien in Lünen

rnFDP-Antrag abgelehnt

Eine engere Zusammenarbeit der Stadtbücherei mit den beiden ehrenamtlichen Büchereien hatte die FDP-Fraktion vorgeschlagen. Der Kulturausschuss lehnte ab - aus verschiedenen Gründen.

Lünen

, 24.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Einen gemeinsamen Online-Katalog der Medien in der Stadtbücherei und den beiden ehrenamtlich geführten Büchereien „Bücherwurm“ (Horstmar) und Bürger-Bücherei Brambauer hatte die FDP-Fraktion vorgeschlagen. Durch einen Prüfantrag an den Ausschuss für Kultur und Europaangelegenheiten am Donnerstag sollte auch festgestellt werden, ob eine Unterstützung der privaten Büchereien durch einen Mitarbeiter der Stadtbücherei möglich wäre. „In Brambauer wird teilweise noch mit Karteikarten gearbeitet. Durch eine Unterstützung wird die ehrenamtliche Arbeit noch etwas professioneller“, sagte Michael Blandowski, sachkundiger Bürger der Liberalen.

Drei bis vier weitere Personalstellen zu wenig

Doch der Antrag wurde bei einer Enthaltung und gegen die Stimmen der FDP und der GFL von der Ausschussmehrheit abgelehnt. Das lag auch an der Einschätzung von Stadtbücherei-Leiterin Beate Convent. „Wir haben einen Online-Katalog, auf den jeder zugreifen kann, der Internetzugang hat“, so die Büchereileiterin, Eine Fernleihe in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Büchereien halte sie nicht für realisierbar. 30 Prozent des Bestandes der Stadtbücherei sei veraltet. Von dem angestrebten Bestand von zwei Medien pro Einwohner sei man mit derzeit 50.000 Medien noch weit entfernt. Gut genutzt würden die 60 bis 70 Prozent des Bestandes, die neuer sind. Beate Convent: „Natürlich wäre es schön, wenn die Stadtbücherei wieder Zweigstellen hätte. Aber dafür müssten wir drei bis vier Personalstellen mehr und einen entsprechend höheren Jahresetat haben.“

„Besser gut funktionierende Bücherei in der Stadtmitte“

Angesichts der Haushaltslage der Stadt sei es besser, eine gut funktionierende Stadtbücherei in der Stadtmitte zu haben als eine schlecht laufende aber breiter gestreute Einrichtung, so Annette Droege-Middel, Fraktionsvorsitzende der CDU. Auch Kulturdezernent Horst Müller-Baß sieht derzeit nicht die personellen Ressourcen, um die ehrenamtlichen Büchereien durch die Stadtbücherei zu unterstützen. Zumal die geplante Verlegung der Stadtbücherei in die Persiluhr-Passage auch Kräfte binde.

Die gerade gegründete Bücher-Tauschstelle in Gahmen würde sich, so Hans-Georg Fohrmeister (SPD), sogar dagegen wehren, wenn mehr Bürokratie dazu käme: „Das ist bewusst ein niederschwelliges Angebot.“ So sieht es auch Silke Lenkeit (Grüne): „Wir würden dem Ehrenamt unsere Ideen überstülpen.“

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