Notdienstpraxis zieht ins Klinikum Lünen

Ab 1. Februar

Nach jahrelangen Überlegungen wird die Umsetzung konkret: Zum 1. Februar 2016 zieht die Notdienstpraxis der niedergelassenen Ärzte aus der Von-Wieck-Straße ins benachbarte Klinikum. Wie die Organisation im Klinikum ab Februar aussehen wird, erfahren Sie hier.

LÜNEN

, 09.12.2015, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Notdienstpraxis zieht ins Klinikum Lünen

In der Notaufnahme des Klinikums Lünen kommt es immer häufiger zu Ärger zwischen Mitarbeitern und Patienten sowie Angehörigen.

„Wir streben das an“, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Axel Weinand. Die Verträge müssten allerdings noch unterschrieben werden. Die Versorgung der Patienten unter einem Dach ist aus Sicht von Dr. Michael Funke, Notdienstbeauftragter und Vorsitzender der Lüner Ärzte, eine gute Lösung. Viele Patienten gingen nach Dienstschluss der Praxen ohnehin gleich in die Notaufnahme des Krankenhauses. Die ist vielfach mit Bagatellfällen überlastet, lange Wartezeiten sind die Folge.

Ab Februar übernehmen die niedergelassenen Ärzte in zwei Behandlungsräumen unweit der Zentralen Notaufnahme die Patienten mit leichteren Beschwerden. Geschultes Klinik-Personal wird an der Empfangstheke Ratsuchende entweder in die Notdienstpraxis oder zur Untersuchung in die Krankenhaus-Notaufnahme schicken. „Für Patienten hat das den Vorteil der kurzen Wege“, sagt Funke, sie haben künftig eine Anlaufstation.

Desinfektionsfrage ist geklärt

Ob es einen eigenen Wartebereich für die Notdienstpraxis geben wird, wird noch verhandelt. Ebenso das Thema Öffnungszeiten. „Für uns ist das nur sinnvoll, wenn sie deutlich ausgeweitet werden“, erklärt Axel Weinand. Das erfordert mehr Engagement der niedergelassenen Mediziner. „Die Sprechzeiten werden länger sein, am Wochenende und an Feiertagen sind zwei Ärzte im Dienst“, kündigt Michael Funke an.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mietet die beiden Behandlungsräume und ein Zimmer für die Aufnahme während der Öffnungszeiten der Notdienstpraxis an. In der anderen Zeit nutzt das Krankenhaus die Räume. Vor einigen Jahren hatte die Hygieneproblematik die Doppelnutzung zum Scheitern gebracht. Die Desinfektionsfrage ist jetzt geklärt. „Jeder Betreiber sorgt für die eigene Hygiene“, so Weinand.

Darum hat sich das Thema Notdienstpraxis über Jahre hingezogen

Das sei in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt geklärt, erläutert Jens Flintrop, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Die unterstützt die engere Verzahnung mit dem Krankenhaus. Bis auf wenige Ausnahmen sei das bei den 63 Notdienstpraxen im Bezirk bereits der Fall.

Zudem rechnet sich das gemeinsame Modell, da das Krankenhaus bei jedem ambulanten Notfall im Schnitt 90 Euro nicht bezahlt bekommt. Warum sich das Thema Notdienstpraxis im Krankenhaus über Jahre hinzog, erklärt Axel Weinand so: „Es gab offene Punkte, die jetzt geklärt sind.“ Zudem seien die Patientenzahlen in der Notaufnahme weiter gestiegen. „Das ist jetzt eine andere Situation. Da musste man sich nochmal zusammensetzen.“ 

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