Offene Mietwagen-Rechnung: Richter hakte nach und bewahrte Lünerin vor einem bösen Ende

rnAmtsgericht

Ein Missverständnis brachte eine Lünerin jetzt vor Gericht. Zum Glück für sie hakte der Richter am Lüner Amtsgericht nach - und das Ganze fand noch ein Happy End.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 24.10.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine offene Rechnung für einen Mietwagen brachte einer jungen Frau in Lünen nun ein Betrugsverfahren vor dem Amtsgericht ein. Dort sorgten die Nachfragen des Richters allerdings für eine unerwartete Wendung.

2016 mietete die 26-Jährige bei einem Unternehmen in Lünen einen Opel. Die Rechnung über 1326,85 Euro bezahlte sie bis heute nicht. Das schürte den Verdacht, dass sie Zahlungsfähigkeit- und Zahlungswilligkeit damals nur vortäuschte.

Der Richter hakte nach

„Ich habe das gemacht“, bekannte die 26-Jährige jetzt in der Verhandlung kurz und knapp. Doch damit wollte sich Richter Ulrich Oehrle nicht abspeisen lassen. Er hakte nach und erfuhr daraufhin, dass die junge Frau eben nicht von Anfang an vorhatte, die Autofirma zu täuschen und zu schädigen.

Vielmehr, so gab sie an, sei sie davon ausgegangen, dass die Versicherung ihres Unfallgegners, der ihr zuvor die Vorfahrt genommen habe, für den Leihwagen aufkomme, solange ihr Auto in der Reparatur sei. Das habe die Versicherung aber doch nicht getan und später habe sie das Ganze leider schleifen lassen.

Rechnung muss gezahlt werden

Die Rechnung, für die es mittlerweile einen Vollstreckungsbescheid gibt, wird die 26-Jährige zahlen müssen. Ihr Strafprozess endete jedoch mit einem Freispruch, da ihr ein Betrugsvorsatz beim besten Willen nicht nachgewiesen werden konnte. sam

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