„Omi‘s Schnapshaus“ wird abgerissen: Die Pläne für Neubau und „Omi‘s Deele“

rnLegende des Lüner Nachtlebens

Nach vielen Jahrzehnten verliert Lünen eine legendäre Möglichkeit zum Feiern: Das Schnapshaus wird abgerissen. Dort entstehen Eigentumswohnungen. Teile der Kneipe ziehen in „Omi‘s Deele“.

Lünen

, 30.06.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Ende sei es einfach nicht mehr gelaufen, erzählt Slobodan Koprivica, der „Omi‘s Schnapshaus“ und „Omi’s Restaurants“ an der Gartenstraße lange Jahre lang geführt hat. Viele Erinnerungen hängen an dem Gebäude, das er und sein Sohn Alexander Ruscher (31) Anfang 2021 abreißen werden.

„Das war eine tolle Zeit“, erinnert sich Koprivica, der den Komplex 1988 übernommen hat. „Da waren Mal 500, Mal 1000, Mal 2000 Leute da“, sagt er, die Karnevalspartys: „Das war Kult in Lünen.“ Aber nachdem es zuletzt auch Streit mit Anliegern wegen der lauten Musik gegeben habe, war 2017 Schluss. Und jetzt steht fest: Das Gebäude wird abgerissen.

Viele Lüner erinnern sich wehmütig zurück ans Schnapshaus, das wird in den Kommentaren zu unserer ersten Meldung am Dienstagmittag bei Facebook deutlich: „Ein Teil unserer Jugend geht flöten!“, schreibt einer, „Im Schnapshaus habe ich vor 40 Jahren meinen Mann kennengelernt“, eine andere.

Drei Millionen Investition in neues Gebäude

Ruscher, Besitzer des Gebäudes, hat indes schon Pläne, wie es dann auf dem Gelände weitergehen soll. Es wird ein Wohngebäude entstehen mit zwölf Eigentumswohnungen. Er investiert dort rund drei Millionen Euro, die Wohnungen werden zwischen 65 und 90 Quadratmeter groß sein. Preise nennt er noch nicht, aber: „Es wird exklusiv und teuer“, sagt Koprivica. 2022 soll nach einem Jahr Abriss- und Bauzeit alles fertig sein.

Ein Blick aus der Nähe: Der Entwurf des neuen Gebäudes an der Gartenstraße.

Ein Blick aus der Nähe: Der Entwurf des neuen Gebäudes an der Gartenstraße. © Ruscher

Die Gastronomie hängen Ruscher und Koprivica damit aber nicht an den Nagel - und auch „Omi‘s Schnapshaus“ wird nicht komplett aus der Stadt verschwinden. In der ehemaligen „Destille“ an der Cappenberger Straße eröffnet am Freitag, 3. Juli „Omi‘s Deele“.


„Omi‘s Schnapshaus in klein“

Das ist, vereinfacht gesagt, „Omi‘s Schnapshaus“ in klein. Wer nostalgisch wird, kann hier die alte Theke aus dem Schnapshaus sehen, das DJ-Pult, die Wandvertäfelung.

Alexander Ruscher eröffnet an der Cappenberger Straße in der ehemaligen Destille "Omi's Deele". Los geht's am Freitag, 3. Juli.

Alexander Ruscher (31) eröffnet an der Cappenberger Straße in der ehemaligen Destille "Omi's Deele". Los geht's am Freitag, 3. Juli. © Fröhling

„Das hat sich so ergeben“, sagt Ruscher, seit vier Monaten seien er und Koprivica jetzt dabei, alles für die Eröffnung vorzubereiten. Im „Kneipen-Raum“ werden, wenn Corona es wieder zulässt, auch wieder Partys gefeiert werden. Die Kellner werden aber auch kleine Tapas und Cocktails servieren. „Ein Musikladen für Jung und Alt“, sagt Ruscher, der auch noch den „Kamin“ an der Marktstraße betreibt.

Im zweiten Teil, dem Restaurantbereich, wird es ruhiger zugehen. Größtenteils nur mit Reservierung wird an den wenigen Tischen mediterrane Küche serviert, auch das alte Candlelight-Dinner aus „Omi‘s Restaurant“ wird dort wiederbelebt - ein Vier-Gänge-Menü.

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