Paddeln auf der Lippe: Was ist erlaubt und was verboten?

rnFreizeit in der Corona-Krise

Sonnenschein und warme Temperaturen: Wenn schon die Freibäder nicht geöffnet haben, dann vielleicht eine Bootstour auf der Lippe? Anne-Kathrin Lappe warnt vor solchen spontanen Touren.

Lünen

, 31.05.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mal eben das Schlauchboot aufpumpen und zu Wasser lassen? Kann die Lippe vor der Haustür nicht ein prima Ersatz sein für den vor Wochen gestrichenen Urlaub am Meer? Die Idee ist zwar verlockend. Aber bloß nicht. Denn dann drohen leicht Bußgelder. Die Nutzung der Lippe für den Freizeitsport ist streng geregelt. Es gibt aber Möglichkeiten.

Motorboot nein, Schlauchboot nein, Kanu vielleicht

„Die Lippe ist kein schiffbares Gewässer“,sagt Anne-Kathrin Lappe, Sprecherin des Lippe-Verbandes. Das Befahren des mit 220 Kilometern längsten Flusses Nordrhein-Westfalens mit Motorbooten ist gänzlich verboten. Die Nutzung von Schlauchboot, Floß und Co. hat die Umweltbehörde im Kreis Unna ebenfalls untersagt. Wer zwischen Selm-Bork Und Werne-Stockum - und damit auch auf Lüner Stadtgebiet - ein Kanu zu Wasser lassen möchte, hat dagegen grundsätzlich eine Chance.

Am langen Pfingstwochenende kann es allerdings eng werden. Der Pfingstsonntag ist bereits tiefviolett.

Nur 15 Kanus sind am Tag erlaubt

Diese Farbe signalisiert: „Keine Bootsplätze mehr frei / Anmeldung nicht mehr möglich.“ So ist das auf der Seite des Kanu-Verbandes NRW nachzulesen. Dort müssen sich alle anmelden, die im Kreis Unna über die Lippe paddeln wollen. Denn mit Ausnahme des innerstädtischen Bereiches von Lünen liegt die Lippe vollständig innerhalb von Naturschutzgebieten. Um brütende Vögel und andere Uferbewohner nicht zu stören, sind zwischen dem 1. April und dem 15. Oktober pro Tag nur 15 Kanus erlaubt.

Um das sicherstellen zu können, muss sich jeder, der paddeln möchte, vorher über die Internetseite des Kanu-Verbandes NRW anmelden. „Die ausgedruckte Anmeldung ist bei der Befahrung mitzuführen und auf Verlangen vorzuzeigen“, teilt der Kreis Unna mit. Dieses Kontingent war für den gesamten Mai ausgebucht. Im Juni gibt es für die beiden Abschnitte - von der Kreisgrenze zu Hamm bis zum Wehr Beckinghausen und von dort bis zur Waltroper Straße in Lünen - noch freie Termine. Nur der 12. und 13. Juni sind bereits violett.

Wegen Corona: Zurzeit kein Angebot von geführten Kanu-Touren

Wer kein eigenes Kanu besitzt, muss ohnehin noch warten. Mit der Lippe-Touristik als einzigem erlaubten Anbieter lassen sich zwar geführte Touren buchen. Aufgrund der Corona-Krise hat das Lüner Unternehmen das Angebot aber zurzeit ausgesetzt. „Abstandsregeln lassen sich im Kanu einfach nicht umsetzen“, sagt Mathias Sandmann, der Gründer und Geschäftsführer.

100 Kanus am Tag auf der Ems

Im Kreis Unna sind die Regeln für die Lippe besonders streng. Aber auch andernorts wächst die Sorge um eine europaweit bedeutsame Flusslandschaft und ihre Bewohner. Der Kreis Recklinghausen hatte zum 1. April 2019 die Reißleine gezogen. Seitdem ist dort das Kanufahren in zwei Teilabschnitten auf der Lippe nur noch 30 Booten pro Tag gestattet. Auf der Ems zwischen Rheine und Warendorf sind immerhin 100 Boote erlaubt.

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