Pandemiekomödie im Hilpert-Theater - Happy End auch ohne Kuss

rnTheater

Küssen durch den Mundschutz geht nicht - schon gar nicht auf der Bühne derzeit. Deshalb wurde diese finale Szene dem Publikum überlassen. Denn natürlich endete das Stück mit einem Happy End.

Lünen

, 11.10.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die humorvolle und flott inszenierte Komödie „Ich hasse dich – heirate mich“, geschrieben von Florian Battermann, hinterließ beim Publikum im Hilpert-Theater ein wohliges und positives Gefühl zum Donnerstagabend.

Natürlich „kriegen“ sich die beiden Hauptdarsteller Florian Battermann und Sarah Matberg als Felix Schwarz und Kerstin Schröder. Aber bis es soweit ist, hatten sie mit sich zu tun und mit ihrer neugierigen Nachbarin einige Hürden zu überwinden.

Corona-Themen werden sehr aktuell behandelt

Sehr aktuell wurden die Themen Lockdown, Kurzarbeit, Nebenverdienst und Homeoffice behandelt. Was dem einen nutzt, den anderen aber zur Rage bringt, wenn man in einem Mietshaus übereinander wohnt.

Dass diese beiden konträren Seiten am Ende doch noch zueinander fanden, war klar. Kurzweilig war es, diese Entwicklung mit anzusehen. Besonders die neugierige Nachbarin, Frau Otto, gespielt von Manon Straché, sorgte für viele Lacher.

Die komische Rolle lag ihr sehr gut, denn mit ihrem sächsischen Dialekt, ihrer Mimik und Körpersprache begeisterte sie das Publikum. Schon ihr erster Auftritt erinnerte an die Lieferengpässe bei Klopapier. Wir erinnern uns. Später triumphierte sie mit dem Besitz von Hefe. Ebenfalls Mangelware am Anfang des Lockdowns.

Tanzlehrerin muss wegen Corona zu Hause bleiben

Das Stück handelt von der Tanzlehrerin Kerstin Schröder, die aufgrund der Coronapandemie zu Hause bleiben muss. Um über die Runden zu kommen, gibt sie in ihrer Wohnung digitalen Tanzunterricht. Ganz zum Leidwesen des Mieters unter ihr. Außerdem wurde sie von ihrem Freund verlassen und schwor sich, sich nie mehr zu verlieben. Im Gegenteil. Sie will sich nur noch mit Männern einlassen, die sie von Anfang an nicht leiden kann.

Der neu eingezogene Mieter Felix Schwarz ist Sachbuchautor und braucht Ruhe für sein aktuelles Manuskript. Die bekommt er natürlich nicht bei Polka-, und Stepptänzen. Es gibt ein erstes Aufeinandertreffen der Parteien, in dem sich Felix lautstark über den Krach „von oben“ beschwert. Aber anstatt einzulenken, treibt es Kerstin noch bunter und provoziert noch mehr Feindseligkeiten bei Felix.

Was dazu führt, dass durch eine herunterfallende Uhr sein Notebook beschädigt wird. Reumütig stellt Kerstin ihm ihr eigenes zur Verfügung, auf dem er sein Manuskript nun vollenden will. Das bekommt sie durch eine günstige Gelegenheit zu lesen und ist empört. Ein Ratgeber für Tänzer ohne Tanzlehrer! Daraufhin löscht sie alle Dateien.

Desaster, ein neues Manuskript muss her

Ein Desaster für ihn. Er, der als „Ratgeberkönig des deutschen Buchhandels“ gilt und für alle Lebenssituationen Ratschläge erteilt, steht mit leeren Seiten da. Felix überredet Kerstin nun, gemeinsam ein neues Manuskript aufzustellen. Beim Beschreiben der einzelnen Tänze kommt nun auch der Alkohol zum Einsatz. Wodka, Rum, Whiskey und Wein zeigen ihre Wirkung und bringen die beiden Kontrahenten zusammen.

Bei der Rumba kommt es zum ersten Kuss – durch das Schutzvisier. Nach ersten Weigerungen gibt Kerstin nach und beide liegen sich in den Armen. Eine Wohlfühlkomödie, die in diesen Coronazeiten wieder viele Besucher ins Hilperttheater zog.

Lesen Sie jetzt