Heidi Vakilzadeh, Chefin der Lippe-Buchhandlung, kennt die Meldungen über möglichen Papiermangel. Für Weihachten wird es aber genügend Auswahl an Büchern geben. © Günther Goldstein (Archiv)
Thema bei Messe

Papiermangel: Lüner Buchhändler hamstern fürs Weihnachtsgeschäft

Es ist das Gesprächsthema bei der Frankfurter Buchmesse - der drohende Papiermangel macht Verlagen und Autoren Sorgen. Der Lüner Buchhandel blickt auf das diesjährige Weihnachtsgeschäft.

Auf der Frankfurter Buchmesse war es ein großes Thema: Vertreter von Verlagen und Autoren diskutierten über den möglichen Papiermangel. Er könnte dafür sorgen, dass Bücher später als geplant gedruckt werden können und damit später als vorgesehen erscheinen.

Das Problem kennt auch Heidi Vakilzadeh, Chefin der Lüner Lippe-Buchhandlung. „Verlage und Vertreter weisen uns schon darauf hin, dass es zu einer Papier-Knappheit kommen könnte,“ sagt die Buchhändlerin. Aber auch im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft, in dem Bücher immer sehr gefragt sind, sagt sie: „Ich denke, ich habe gut eingekauft.“

Problematisch könnte es nur werden, wenn plötzlich ein Titel so stark nachgefragt wird, wie es die Branche nicht erwartet hat. Bei einem Buch, auf das man nicht gesetzt hat, könnte es vielleicht Probleme mit dem Nachdruck geben. „Da müssen wir uns überraschen lassen“, so Heidi Vakilzadeh.

Noch alle Titel lieferbar

Auch Dirk Bluhm, Leiter der Lüner Thalia-Buchhandlung, sieht derzeit keine Probleme wegen eines möglichen Papier-Mangels: „Bislang sind bei uns noch alle Titel lieferbar oder auch vorhanden.“ Im Hinblick auf die Nachfrage vor Weihnachten sagt er auch: „Wir haben uns schon jetzt mit Bestsellern bevorratet. Zudem hat Thalia auch ein Zentrallager.“

Dirk Bluhm, Leiter der Lüner Thalia-Filiale, ist zuversichtlich, dass auch dieses Jahr wieder viele Bücher unterm Weihnachtsbaum liegen werden.
Dirk Bluhm, Leiter der Lüner Thalia-Filiale, ist zuversichtlich, dass auch dieses Jahr wieder viele Bücher unterm Weihnachtsbaum liegen werden. © Quiring-Lategahn (Archiv) © Quiring-Lategahn (Archiv)

Allerdings habe er auch im „Buchreport“, der Fachzeitschrift für den deutschsprachigen Buchhandel, gelesen, dass zumindest schon ein Verlag den Erscheinungstermin wegen Lieferengpässen bezüglich des Papiers bei einer Neuerscheinung verschieben musste.

Bluhm: „Die Stunde der Wahrheit kommt aber erst noch, je mehr es aufs Weihnachtsgeschäft zugeht. Alles in allem bin ich aber ziemlich zuversichtlich, dass auch dieses Jahr viele Bücher unter dem Weihnachtsbaum liegen werden.“

So sieht es auch Heidi Vakilzadeh. „Ich hoffe auch, dass sich die Kunden nicht verrückt machen lassen.“ Der mögliche Mangel an Altpapier erkläre sich dadurch, dass die derzeit ohnehin geringen Altpapier-Bestände enorm von China nachgefragt werden, wo der Bedarf groß sei und ein guter Preis gezahlt werde. Allerdings gehen Fachleute davon aus, dass sich die Lage wieder einpendele.

Gutscheine sind sehr gefragt

Sollten Bücher für den Gabentisch nicht rechtzeitig vorrätig sein, bleiben Gutscheine als Alternative. „Gutscheine werden immer schon sehr gerne genommen“, sagt Heidi Vakilzadeh. Die Lippe-Buchhandlung bietet auch die Möglichkeit, Gutscheine auszustellen, die bundesweit eingelöst werden können. Beispielsweise wenn Großeltern aus Lünen ihren Enkeln in Süddeutschland einen Gutschein schenken wollen.

Möglich macht das der „Bücherscheck“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. „2000 Buchhandlungen gehören dazu, wir können auch nachschauen, welche Buchhandlung in der Nähe oder im Wohnort des Beschenkten ist, wo man den Buchscheck also einlösen kann“, so die Buchhändlerin.

Sie bietet auch wieder für Familien, Freunde und Bekannte im kleinen Kreis Stöberabende nach Geschäftsschluss in der Buchhandlung an. „Dabei kann man sich auch Bücher aussuchen, die dann zu Weihnachten verschenkt werden. Für diese Abende sind auch schon einige Buchungen eingegangen.“ Gerade in der dunklen Jahreszeit sind diese Abende gefragt.

Auch mal anderen Titeln eine Chance geben

Sollten dann doch wegen Papiermangels Bücher nicht bis Weihnachten lieferbar sein, setzen die Lüner Buchhandlungen auf Beratung. Wer keinen Gutschein möchte, kann vielleicht so einen anderen interessanten Titel finden. Heidi Vakilzadeh: „Wenn es Rezensionen für Bücher gibt, steigt deutlich die Nachfrage nach diesen Titeln. Aber es lohnt sich auch, mal anderen Büchern, die nicht besprochen werden, eine Chance zu geben.“

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt