Das Bistum Münster will Kirchengemeinden zu „pastoralen Räumen“ zusammenfassen. Für unseren Autor ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. © picture alliance/dpa
Meinung

Pastorale Räume: Das nächste fatale Signal der katholischen Kirche

Unser Autor ist gläubiger Katholik und steht nach wie vor zu seiner Kirche. Doch die macht es ihm nicht gerade leicht - und sendet zum ungünstigsten Zeitpunkt das nächste fatale Signal.

Es zeichnet den Glauben aus, wenn er Zweifeln widersteht. Ich spreche überzeugt beim Glaubensbekenntnis den Satz „Ich glaube an die heilige katholische Kirche“. Weil diese Kirche meine Heimat ist, ich mit ihr gute Erfahrungen gemacht habe und nicht zuletzt an die Wesensverwandlung zum Leib Christi glaube. Diese wichtige Konstante in meinem Leben gibt mir Halt.

Doch die heile Welt, die ich als Kind und Jugendlicher erleben durfte, hat längst Risse bekommen. Es sind viele schreckliche Dinge geschehen, für die Priester und Bischöfe verantwortlich sind. Wir alle machen Fehler, und Jesus hat gelehrt, dass man auch die schlimmsten Sünden vergeben kann, wenn sich die Sündigen dazu bekennen. Doch selbst diese essenzielle Botschaft scheint ausgerechnet die Kirche nicht zu kapieren.

Die alten Männer sprechen vielmehr davon, weiterzumachen und sich nicht von außen beeinflussen zu lassen. Das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr zu erklären, weshalb die Gläubigen in Scharen Reißaus nehmen. Und was macht die Kirche? Anstatt die Ursache zu bekämpfen, kündigt sie unmittelbar nach einer ohnehin frustrierenden Bischofskonferenz an, neue „pastorale Räume“ zu schaffen. Das bedeutet nichts anderes, als dass man sich aus der Fläche zurückzieht und Angebote wie Krabbelgruppen, Beratung oder Seelsorge weiter ausdünnt. Weiter so statt Umkehr – das finde ich zum Verzweifeln.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen