Pegel im Horstmarer See gesunken: Stadt erklärt, warum sie nicht mit Kanalwasser auffüllt

rnHoffen auf Regen

Josef Kühle schaut mit Sorge auf den sinkenden Wasserstand im Horstmarer See. Er fürchtet, dass die für viel Geld angelegten Feuchtbiotope vergammeln. Die Stadt zögert, den See aufzufüllen.

Lünen

, 30.04.2019 / Lesedauer: 3 min

„Ich möchte, dass das in Ordnung kommt“, ärgert sich Josef Kühle. Seiner Meinung nach trocknen zurzeit die bepflanzten Uferbereiche des Horstmarer Sees aus, weil in dem 90.000 Quadratmeter großen Horstmarer See 50 Zentimeter Wasser fehlen.

Unterirdisches Verbindungsrohr

Das müsste nicht sein, wenn die Stadt die Verbindungsleitung zum Datteln-Hamm-Kanal öffnen würde, sagt der Anwohner. Es gibt ein unterirdisches Rohr, durch das der Horstmarer See mit Kanalwasser versorgt werden kann. Warum das nicht längst geschehen ist?, wundert er sich.

Pegel im Horstmarer See gesunken: Stadt erklärt, warum sie nicht mit Kanalwasser auffüllt

Ein Blick auf den Horstmarer See, der momentan weniger Wasser hat als üblich. © Britta Linnhoff (A)

Auf Anfrage bestätigt Stadtsprecher Benedikt Spangardt, dass der Wasserstand momentan etwa 30 bis 40 Zentimeter niedriger ist als normal. „Offizielle Pegelmessungen gibt es bei Lüner Seen nicht“, teilt er dazu mit. Das sei nicht notwendig, weil die Stadt den Wasserstand im Blick habe.

Regen ist besser als Kanalwasser

Momentan hoffe man noch auf Regen, damit sich der See auf natürliche Weise wieder fülle. Das hat laut Spangardt einen guten Grund: „Regenwasser ist qualitativ besser als Kanalwasser.“ Vor allem Angler würden es nicht gerne sehen, wenn die Stadt den See mit Kanalwasser speise. Dadurch gelange beispielsweise auch Fischbrut in den See, die sich dort ausbreiten könne. „Sollte sich die Situation Ende Mai/Anfang Juni nicht verbessert haben, wird Wasser aus dem Kanal zugeführt“, kündigt Spangardt an.

Die von dem Anwohner geäußerten Sorgen für die Feuchtbiotope teilt die Stadt nicht. „Der aktuell relativ niedrige Wasserstand hat noch keine negativen Auswirkungen auf die Natur“, heißt es. Auch im Hinblick auf die beginnende Badesaison werde der jetzige Wasserstand nicht als bedenklich gesehen. Die an der Spundwand befestigte Rettungsstange könne nach Auffassung der Stadt über die Aufschüttung erreicht werden.

Schon drei Mal nachgetankt

Die Abteilung Stadtgrün der Verwaltung ist für die Kontrolle des Sees zuständig. Sollte ein Nachfüllen mit Wasser erforderlich sein, werde der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen (SAL) beauftragt.

Bisher sei der erst See drei Mal aufgefüllt worden: In den Jahren 2014, 2017 und 2018.

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