Mobile Luftfilter gibt es nicht an Lüner Schulen. © picture alliance/dpa
Meinung

Peinlich, Herr Bürgermeister: Gutachten hält nicht, was Sie versprachen

Die Aussage war stark „Die Klassenräume sind sicher“ - auch ohne Luftfilter. Der Lüner Bürgermeister hätte es dabei belassen sollen. Statt dessen verwies er auf externe Gutachter. Peinlich.

Das kennen wir alle. Manchmal scheint die Kraft der eigenen Worte nicht auszureichen. Dann schieben wir im Gespräch gerne ein „Das sagt xy auch“ hinterher: den Verweis auf eine Autorität, die nicht angezweifelt wird, anders als man selbst. So gesehen, kann ich Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns nur zu gut verstehen, als er der eigenen Aussage „Die Klassenräume sind sicher“ noch einen draufsetzte. Das sei attestiert. Von externen Gutachtern. Dumm nur, wenn sich das in dem besagten Gutachten gar nicht so wiederfindet.

Das von der Zentralen Gebäudewirtschaft in Auftrag gegebene Gutachten ist ja kein aus dem Fenster geschmissenes Geld. Der Sachverständige hat die fest verbauten Lüftungsanlagen in Augenschein genommen und gibt Handlungsanweisungen, wie ihr Betrieb in Zeiten von Corona zu optimieren ist. Bei so einer komplexen Anlage ist Expertenrat sinnvoll. Bei der Frage, ob sich Fenster öffnen lassen, aber eher nicht. Fast beruhigend zu erfahren, dass das auch nur die ZGL und nicht der Gutachter untersucht hat – anders, als es die Worte des Bürgermeisters vermuten ließen.

Schade nur, dass dieses Hin und Her den Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften kein bisschen hilft. Wie wird bei Minustemperaturen Unterricht stattfinden können? Diese Frage braucht dringend eine Antwort – egal, ob gutachterlich attestiert oder nicht.

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Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe